Montag, 12. April 2004
Küchengau
Kurzer Einblick in einen hochgefährlichen Sicherheitsbereich gefällig?
Spaghetti kochen links, Sauce rechts auf den Herdplatten.
Topf links ist durch einen Deckel fast vollständig bedeckt, Topf rechts ist "oben ohne". Sollte halt 'ne scharfe Sauce werden, eh eh eh. ;)
Spaghetti fangen dann an überzukochen. Was tut der Mann von Welt? Er will den Deckel abnehmen.
Dumm nur, dass beim Zugreifen gleichzeitig die scharfe Sauce blubbernd sexy Geräusche von sich gebend feurige Tropfen an meinen Unterarm spritzt. Der Unterarm war nun jedoch gerade damit beschäftigt, mit spitzen Fingern den Topfdeckel vom Spaghettipott zu hiefen.
Nach dem dritten oder vierten tomatighaltigen Volltreffer löste nun ein genervter Nerv einen Flucht-Reflex aus. Claus hüpft laut "Ay!" schreiend vom Herd zurück.
Der Topfdeckel, der dabei aus der Hand fällt, landet passgenau wieder auf dem Spaghettitopf, nur diesesmal mit dem Griff nach UNTEN, Richtung brodelndes Wasser. Während die Sauce, scharf wie sie ist, sich aufreizend überall in der Küche versprüht, wird die Gefahr durch den Spaghettitopf jetzt wesentlich größer, da er nunmehr fast luftdicht abgedeckt ist.
Der Rest ist Schweigen. Stellen Sie sich einfach einen dieser uralten schwarz-weiß Slapstickfilme vor, in dem ein tolpatschiger Simpel einen Topfdeckel anheben will, an dessen Rand bereits weißer Schaum gen Herdplatte fließt. Er nähert sich, verbrennt/verbrüht sich die Finger, wird von Sauce bespritzt und hüpft schreiend einen Schritt zurück. Dann reibt er sich jammernd Hand und Unterarm und probiert es erneut. Und erneut. Und erneut.
Lösung des Rätsels (nach Versuch vier oder fünf): Erst aufregend scharfe Sauce vom Herd schieben, dann mit Handtuch Spaghettitopf zur Spüle tragen, dort mit Hilfe einer Gabel den Deckel wieder vom Topf bugsieren. Fertig.
Das ist jetzt einige Tage her.
Gestern: Fleischsalatbrötchen geschmiert. Beim Anheben des Küchenbrettes fällt es natürlich runter:
An die Wand, an die Waschmaschinenseite, an Waschmaschinenschläuche, auf den Fußboden (beschmierte Seite nach unten, natürlich).
Heute: Teewasser kocht, leere Tekanne steht bereit. Beim Griff nach dem Wasserkocher stoße ich die halbvolle Weinflasche um, die daraufhin wie ein gefällter Baum auf meine leere Teekanne fällt und eine krachende Schneise ins Glas haut. Dass ich die Weinflasche dann noch zu fassen bekam, bevor selbige noch auf den Fußboden rollen konnte: schon fast ein Wunder (muss daran liegen, dass in der Küche halt kein Teppich liegt. Andernfalls wäre der Wein garantiert zu "Poden" gefallen und hätte einen erstklassigen Fleck hinterlassen. Aber bei schnöden PVC-Boden, da macht der Wein schon mal eine Ausnahme).
ÜBERALL Scherben. Zum Glück hatte ich noch eine Reservekanne, wer will schon einen Liter Tee in Messbechern zubereiten.
Fazit: Meine Küche muss ein verkappter Reaktor sein. All diese Kettenreaktionen sprechen eine deutliche Sprache. Und ich habe mal Angst vor Tschernobyl gehabt. Püh!
Sonntag, 11. April 2004
Deutsche, esst deutsche Bananen
ist bereits schon sehr gelungen, aber der Schmock der Woche
hat mir mal wieder so sehr aus der Seele gesprochen, dass ich innerhalb kürzester Zeit erneut auf den hochgeschätzten Herrn Broder verweise.
Bumm für Wladi
Nachdem ich gestern Abend gegen 20:00 h plötzlich todmüde wurde (sind Frühschläfer[innen] eigentlich ansteckend?) war ich erfreulicherweise gegen 3:30 wieder fit genug, um für den Boxkampf im ZDF wieder aufzustehen. 1,5 h Lobhudelei später (Klitschko hier, Klitschko da, 11:1 Favorit undsoweiterundsofort) ging der der Kampf dann los.
Brewster hat den "kleinen" Klitschko dann in der 5. Runde ins Wochenende entlassen:
So schnell geht das halt manchmal. Egal, was Reporter, Moderatoren und sonstiges Volk vorher so vom Stapel gelassen haben. Eh, eh, eh.
Ach ja: Ich habe in Brewsters Kabine das "I am" Bild gesehen.
Erinnerte mich an den 1. Kampf Holyfield vs. Tyson, in der Tyson mit ein paar Gefolgsleuten in den Ring einlief, die ständig "Allah ist groß" und so ein Zeug riefen, während Holyfield zwar mit einem lila Cape einmarschierte, auf dem sowas wie "mit meinen Gott kann ich alles erreichen" stand, aber auf eine laut gröhlende Gang verzichtete und am Ende ebenfalls Weltmeister war.
He's Risen From The Dead
Frohe Ostern, liebe Leute!
:o)
PS:
Jerusalem/Prophet/Risen=Megalaut jetzt aus meinen Boxen.
Einfach mitreissend.
Freitag, 9. April 2004
Erfüllte Erwartungen
Was kommt pünktlich zu jedem christlichen Feiertag?
Ein blasphemischer Spiegel-Artikel. Mal sehen, warum die meinen Glauben diesesmal wieder durch den Dreck ziehen.
Interessant an dieser Stelle: Den Islam fasst der Spiegel nur noch mit Spitzenhandschuhen an. Nachdem dort einmal ein Bildnis des Herrn Mohammed gedruckt wurde, hagelte es Morddrohungen an die Redaktion.
Ist seitdem nicht mehr passiert (Mr. M. sein Bild drucken). Hatte dazu mal einen wirklich schönen Email-Kontakt mit Herrn Broder.
Vor dem ich heute an dieser Stelle auch mal öffentlich & feierlich meinen virtuellen Hut ziehen möchte.
Und was folgt auf einen Blogbuster im Kino, der weiteres Geld in die Taschen aller Beteiligter spülen soll?
"It's an eye-opening tale told by a Hollywood veteran, of the blood, sweat and tears that went into the making of some of the most ambitious and successful films of all times."
KARFREITAG-SONG
Mein heutiger offizieller Karfreitag-Song kommt von Lordian Guard und heißt "Golgotha (The Place They Call The Skull):
"They placed a crown of thorns on His head
A scepter in His hand
Hail, to the King of the Jews, they said
They did not understand.
Like a lamb to the slaughter
they led Him away as the prophets foretold.
He carried our sins and our sorrows,
to Golgotha, to the place they call the Skull.
Now Satan came to Jerusalem
The death of God, his command
Give us Barabbas, the people said
They did not understand.
Like a lamb to the slaughter
they led Him away as the prophets foretold.
He carried our sins and our sorrows,
to Golgotha, to the place they call the Skull.
For dogs have compassed me
The assembly of the wicked have inclosed me
The pierced my hands and my feet
I may tell all my bones
They look and stare upon me
They part my garments among them
and cast lots upon my vesture (Psalm 22:16-18).
Worthy is He who was slain on the cross
The Messiah, the King of the universe!
Honor and pow'r, glory and might
To the God of the skies, to the Lord of earth!
Every knee shall bow, and every tongue
shall confess the Lord . . .
He is despised and rejected of men
A Man of Sorrows and acquainted with grief,
and we hid as it were our faces from him
He was despised, and we esteemed Him not (Isaiah 53:3)."
Rückfall in alte Verhaltensmuster
1978 - 1988: Osterferien. Claus kommt von der Schule nach Hause. Der Ranzen wird abgenommen und achtlos in die Ecke gestellt. Claus wendet sich den angenehmen Dingen des Lebens zu.
2004: Osterwochenende. Claus kommt von der Arbeit nach Hause.Der Rucksack wird abgenommen und achtlos in die Ecke gestellt. Claus surft kurz das Netz und sieht sich dann "Die Mumie kehrt zurück" an.
Der Fehler:
1978 - 1988 lagen nur Schulsachen im Ranzen (bzw. dem angesagten Aktenkoffer)
Und 2004 erinnert sich Claus bei den heiligen Frühstücksvorbereitungen ächzend daran, dass er nach der Arbeit ja noch Milch, Yoghurt und Butter eingekauft und sorgfältig im Rucksack verstaut hatte. Nein!
Hände zeternd über dem Kopf zusammenschlag:
Bitte lass es nicht schlecht geworden sein, bitte nicht.
Donnerstag, 8. April 2004
Dublonen, Dublonen, goldene Dublonen
Während die DVD-Preise an vielen Stellen ins Bodenlose fallen bleiben die CD-Preise überall stabil.
Schön (Nr.1), wenn man einige seiner Kleinode beim Plattenladen in der Innenstadt (Hot Shot Records) wiederfindet:

Für 100 Euro kann dieses gebrauchte Exemplar des Ex-Petra-Sängers das Eure sein.
Schön (Nr.2), wenn man doch noch einige Asse im Spiel hat (wenn das Anlagesystem DVD schon versagt hat...).
Leviticus: Setting Fire to the Earth

würde bei Hot Shots mit weiteren 50 Euronen zu Buche schlage (hm, Holzfällertermini. Warum heißt es nicht zu Lärche schlagen oder zu Kleinholz schlagen, grübel. "I am a lumberjack, and i'm allright, i work all day and sleep all night...").
Schön (dreimal ist Bremer Recht), wenn man
a) teure
b) gute
c) der Masse unbekannte
Musik sein eigen nennen darf.
Excellent! Schwing!
;)
Donnerstag, 8. April 2004
Ostern steht vor der Tür
Ich spring schon den ganzen lieben Abend bei Musik und Rotwein von einer Webseite zu anderen. Sehr angenehm, leicht benebelt Musik zu hören (laut) und alle naselang unter eifriger Benutzung von Google die Texte querzulesen.
Lieder, dir mir geholfen haben
Lieder, die mich begeistert haben
Lieder, die man mit anderen teilen möchte
Ich würde jetzt wirklich gerne einen Ostersampler erstellen. Also wirklich Ostersampler (nix mit Hasenmusik, oder wenn, dann nur als Ausreisser).
Seufz.
edit:
kann man einen Tinitus besser übertönen als mit Ken Tamplins "Sing Hallelujah" bei voll aufgedrehten Boxen (und fettem Subwofer)?
Nagut, Ordained Fates Cover von Don Franciscos "He's alive" lass ich jetzt noch mal gelten
Krankengymnastik war heute Superspitzenklasse!
Wieso? Weil meine Krankengymnastin mich die gesamten 30 Minuten aufgefordert hat, solche Lobeshymnen lauthals von mir zu geben.
Damit die Nachbarkabine (Patientin & Therapeut) neidisch werden.
Tja, was soll ich machen: ich bin nun mal Wachs in den Händen schöner Frauen:
"War ganz groß heute, ehrlich. Tooooll, toll, toll!"
;)
Dienstag, 6. April 2004
Vanishing Lessons
"Things we acquire means fuel for the fire
The feeling is gone, then our soul we will pawn
Dollars for happiness, that's what the world tells us
Pour all yourself in the pursuit of wealth"
(Tourniquet/Accustic Archives)
Nur zu wahr, nur zu wahr.
Habe heute bestimmt 5 DVDs in der Hand gehalten und nach einiger Zeit des Herumschleppens im Kaufhaus wieder abgelegt
Waren alles nur mittelmäßige Filme. Wieso bloß diese Gier?
Trotzdem 2 Filme gekauft. Erschreckend, wenn einem beim Schreiben schon nicht mehr die Titel einfallen. Zumindestens nicht spontan.
Dazu eine CD, die ich auch wieder verscherbeln werde. Kann gegen Saviour Machine nicht anstinken, auch wenn andere das behaupten mögen. Warum gewöhne ich mir das Probehören nicht an? Zu blöd.
Aber im Gewusel der Kaufhäuser CDs probezuhören empfinde ich mindestens genauso lästig wie das Anprobieren von Kleidungsstücken beim Klamottenkaufen. Alleine der Gedanke daran schüttelt mich bereits regelrecht.
Und dann habe ich mich heute auch noch gnadenlos verspekuliert, als sich zwei weibliche Teens vor einem Regal mit PC-Spielen unterhielten. Konnte die Satzfetzen einfach keinem Spiel oder Thema zuordnen.
Mädel eins zu Mädel zwei: "...aber hier kann man frei wählen..."
Mädel zwei zu Mädel eins: "...ja, aber beim Vorgänger hatte nicht jeder Gegenstand eine Funktion..."
Claus denkt: "Hm, die stehen vor all diesen albernen Sims-Verpackungen, dass sind bestimmt Barbie-Fans, die auf den Sims-Geschmack geko -"
Mädel eins: "...ja, aber jetzt kann man die Zombies wegballern..."
Äh, kann das jemand bestätigen, dass man bei den Sims Zombies wegballern kann?
Merke: Schubladen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren:
Abschließbar.
Sich freuen wie ein kleines Kind
Durch diesen Beitrag inspiriert, machte ich mich vor wenigen Minuten auf Google-Suche nach Infos über indische Laufenten.
Und, oh Wonne, dann habe ich diese einfach bezaubernde Seite entdeckt.
Soviele liebenswerte Details zu Enten. Ahhh. Uiih. Nein, wie niedlich!
Und wie schön zwei Enten quaken können: "...Die weibliche Ente quakt ein helles und klares “Quak”...". :)
Eines meiner Lieblingsknuddeltiere war früher übrigens die Eduscho-Ente "Willi", falls jemanden dass noch was sagt.
edit: das Gästebuch der Entenseite liest sich ja wie eine Soap-Opera!
Unfälle, Glück, Leid, Freud, Tod, Nachwuchs: Klasse!
edit edit: Gästebucheintrag Nr. 973 ist ja der Hammer! Musste laut auflachen, auch wenn es gemein ist. Habe dann auch ein langezogenes "Iih" folgen lassen (und dabei gegrinst)
Montag, 5. April 2004
Mensch, April, wir könnten Freunde werden
Auf meiner heutigen Rückfahrt mit der Bimmelbahn (hält ja bekanntlich an jeder Milchkanne) das folgende Erlebnis:
Bei Abfahrt: leicht bedeckter Himmel.
Erste Haltestelle: draussen ist es grau bewölkt, leichter Niesel perlt an die Zugscheiben. Niemand steigt aus, eine Seele steigt hinzu.
Zweite Haltestelle: Der Bahnsteig gut gefüllt, und alleine vor meiner Abteiltür wollen mind. 5 Menschen aussteigen.
Die Bremsen quitschen, und der Zugverband kommt eben zum Stehen.
Ich schreie vor Begeisterung laut "HA!", als just in dem Moment, als die Türen entriegelt werden, ein ungeheuerer, prasselnder Platzregen einsetzt. Fünf bedröppelte Gesichter müssen auf den unüberdachten Bahnsteig aussteigen, hinein in die vom Himmel fallenden Katzen und Hunde. Alles stockt kurz, um dann griesgrämig sich doch der Nässe zu ergeben.
Kaum hat der Zug den Bahnhof verlassen, wird der Trommelwirbel auf dem Dach merklich geringer, zwei Minuten später schaut bereits wieder die Sonne hinter der Wolkendecke hervor...
DAS nenne ich doch mal Humor! Zumindestens, solange man selber dann im Hauptbahnhof in der wettergeschützten Bahnhofshalle aussteigen kann.
;)
