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Küchengau

Kurzer Einblick in einen hochgefährlichen Sicherheitsbereich gefällig?

Spaghetti kochen links, Sauce rechts auf den Herdplatten.
Topf links ist durch einen Deckel fast vollständig bedeckt, Topf rechts ist "oben ohne". Sollte halt 'ne scharfe Sauce werden, eh eh eh. ;)

Spaghetti fangen dann an überzukochen. Was tut der Mann von Welt? Er will den Deckel abnehmen.
Dumm nur, dass beim Zugreifen gleichzeitig die scharfe Sauce blubbernd sexy Geräusche von sich gebend feurige Tropfen an meinen Unterarm spritzt. Der Unterarm war nun jedoch gerade damit beschäftigt, mit spitzen Fingern den Topfdeckel vom Spaghettipott zu hiefen.
Nach dem dritten oder vierten tomatighaltigen Volltreffer löste nun ein genervter Nerv einen Flucht-Reflex aus. Claus hüpft laut "Ay!" schreiend vom Herd zurück.
Der Topfdeckel, der dabei aus der Hand fällt, landet passgenau wieder auf dem Spaghettitopf, nur diesesmal mit dem Griff nach UNTEN, Richtung brodelndes Wasser. Während die Sauce, scharf wie sie ist, sich aufreizend überall in der Küche versprüht, wird die Gefahr durch den Spaghettitopf jetzt wesentlich größer, da er nunmehr fast luftdicht abgedeckt ist.

Der Rest ist Schweigen. Stellen Sie sich einfach einen dieser uralten schwarz-weiß Slapstickfilme vor, in dem ein tolpatschiger Simpel einen Topfdeckel anheben will, an dessen Rand bereits weißer Schaum gen Herdplatte fließt. Er nähert sich, verbrennt/verbrüht sich die Finger, wird von Sauce bespritzt und hüpft schreiend einen Schritt zurück. Dann reibt er sich jammernd Hand und Unterarm und probiert es erneut. Und erneut. Und erneut.

Lösung des Rätsels (nach Versuch vier oder fünf): Erst aufregend scharfe Sauce vom Herd schieben, dann mit Handtuch Spaghettitopf zur Spüle tragen, dort mit Hilfe einer Gabel den Deckel wieder vom Topf bugsieren. Fertig.

Das ist jetzt einige Tage her.

Gestern: Fleischsalatbrötchen geschmiert. Beim Anheben des Küchenbrettes fällt es natürlich runter:
An die Wand, an die Waschmaschinenseite, an Waschmaschinenschläuche, auf den Fußboden (beschmierte Seite nach unten, natürlich).

Heute: Teewasser kocht, leere Tekanne steht bereit. Beim Griff nach dem Wasserkocher stoße ich die halbvolle Weinflasche um, die daraufhin wie ein gefällter Baum auf meine leere Teekanne fällt und eine krachende Schneise ins Glas haut. Dass ich die Weinflasche dann noch zu fassen bekam, bevor selbige noch auf den Fußboden rollen konnte: schon fast ein Wunder (muss daran liegen, dass in der Küche halt kein Teppich liegt. Andernfalls wäre der Wein garantiert zu "Poden" gefallen und hätte einen erstklassigen Fleck hinterlassen. Aber bei schnöden PVC-Boden, da macht der Wein schon mal eine Ausnahme).
ÜBERALL Scherben. Zum Glück hatte ich noch eine Reservekanne, wer will schon einen Liter Tee in Messbechern zubereiten.

Fazit: Meine Küche muss ein verkappter Reaktor sein. All diese Kettenreaktionen sprechen eine deutliche Sprache. Und ich habe mal Angst vor Tschernobyl gehabt. Püh!
Montag, 12. April 2004, 14:23, von claus x | |comment


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