Freitag, 23. Juli 2004
Unbekannt is "it"
In dem Videospiel-Klassiker Gauntlet II gab es ein "it". Wer von dem "it" angesprungen wurde, durfte sich der Aufmerksamkeit aller anwesender Monster sicher sein, während etwaige Mitspieler von diesen nicht mehr angegriffen wurden. Wer das "it" loswerden wollte, der musste wie einst beim "Kriegen" spielen ("Tick - du bist es!") mit der eigenen "it"-besessenen Spielfigur den virtuellen Gegenpart eines weiteren Mitspielers berühren ("nein, nein, geh weg, ich will das nicht haben").

"Red Warrior is IT" tönte es dann im Erfolgsfall aus den Lautsprechern, und ein wüst protestierender Mitspieler ("heh, was sollte das, bleib gefällig stehen, komm zurück") suchte dann seinerseits, jemand anderen das "it" anzuhängen.
Liebe(r) Unbekannte(r), der du gestern Abend an der Haustür meiner Oma geklingelt hast: Danke!
Meine Großmutter ist alleinstehend, alt und eine Frau. ;)
Sie redet gerne. Lange. MONOLOGE. Bis sie heiser ist. Wer mag eine alte und liebenswürdige Dame am Telefon so einfach abwürgen, wer bringt das übers Herz? Ich nicht. Wie auch.
So rief ich gestern an, den Geburtsagsgruß auf den Lippen und in Erwartung all der "lustigen, interessanten" Geschichten, die regelmäßig von Omchen zum Besten gebracht werden.
Nach 3 Minuten Wasserfall hörte ich dann durch den Hörer ein Klingeln. Hätte mich ja nicht gestört (war ich doch eh schon in die innere Emigration abgetaucht), doch Oma beendete das Gespräch mit "Claus, an der Tür hat es geklingelt. Machs gut."
Wie fasste einer der Soldat aus "Full Metal Jacket" beim Anblick eines erschossenen Kameradens so schön zusammen:
"Besser er als ich."
Unbekanntes Wesen, tut mir leid für dich, aber kann ich was dafür, dass DU die "it"-Klingel gedrückt hast?
Meine Oma habe ich natürlich trotzdem lieb. Sonst würde ich sie nicht übernächsten Sonntag besuchen. Den ganzen, langen Nachmittag.
Xwormwoods Summer Swap 2004
Titel 16: Take up your IT and follow Jesus - Guardian
;)
Pipi Langstrumpf
trägt jeder Mann, der nicht richtig zielen kann.
Daher besteht in meinen heiligen Hallen auf ewig festgemeisselt die eine Regel:
Männer, setzt euch!
Ergänzt natürlich um Unterregel 1.1:
Händewaschen nicht vergessen. Und ja, Ich kann hören, ob jemand den Wasserhahn benutzt oder nicht!
;)
Dienstag, 20. Juli 2004
Der Nachhall der Vergangenheit
"Ist ein Arzt im Zug!? Wir brauchen einen Arzt im Wagen Nr. 10"
tönte es leicht besorgt und eine Spur zu laut aus dem Lautsprechersystem des ICs.
Die Köpfe der Fahrgäste begannen sich zu drehen und zu verrenken. Hätte ja sein können, dass sich einen Platz weiter Clark Kent, Peter Parker oder Bruce Wayne
erheben würde um sich gen Wagen Nummer Zehn stürmend den Anzug vom Leib zu reissen.
Doch Sie waren nicht an Bord, so dass die allgemeine Enttäuschung fast schon spürbar war, nach soviel knisternder Erwartung in der Luft.
Wenige Minuten später hörten wir erneut die Stimme aus den Lautsprechern flehen:
"Ich frage nochmals: ist hier ein Arzt im Zug? Kommen Sie bitte in den Wagen 10!".
Doch wo kein Super-, Spinn- und Flatterman
uns heute wollt erheben,
da drucksten, zagten, stockten wir,
altes begann erneut zu Leben.
So wählten wir, was in uns war,
den Fluch der Ahnen, er entließ,
den einen, argen deutschen Held,
ganz recht, WIR schufen Mr. Freeze.
Herr Frost übernahm sofort & gekonnt den Auftrag der ihm übertragen ward: Etwas Kälte aufs Herz, dazu ein eisiges Schweigen über alle Anwesenden. Gedanken und Bewegungen erstarrten.
***GEDANKEN-BUBBLES***
(Sitzenbleiben, alle schön sitzenbleiben und den Weg für die Helfer freihalten*Die anderen machen das*Eine echte Aufgabe für Profis, nicht für Laien*Klappe halten da vorne*Mich hat keiner angesprochen*Ich will nicht gaffen oder mich wichtig machen*Wenn ich aufstehe, werden mich alle ankucken*Da wird es auch so genug Helfer geben*Naja, das war's* *Passt ja zum Wetter*Geht da jetzt eigentlich mal jemand hin?*He, ich hatte einen Cheeseburger bestellt*)
*** P L O P - H***
Ich möchte meinen heutigen Beitrag den vielen deutschen Helden widmen, die für ihre aktive Beteiligung am 20.07.1944 ihr Leben gaben bzw. geben mussten.
Die in tapferster Haltung selbst den ärgsten Mördern und Henkersknechten noch die Wahrheit ins Gesicht zu sagen bereit waren:
Schwerin: "Ich dachte an die vielen Morde ..."
Freisler (schreiend): "Morde?"
Schwerin: "Die im In- und Ausland ..."
Freisler: "Sie sind ja ein schäbiger Lump! Zerbrechen Sie nicht unter Ihrer Gemeinheit! Ja oder nein? Zerbrechen Sie darunter?"
Schwerin: "Herr Präsident!"
Freisler: "Ja oder nein? Geben sie mir eine klare Antwort!"
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Es war übrigens ein helfender Arzt im Zug, wie wir ca. 15 Minuten später aus einer erleichtert-gelöst klingenden Lautsprecherdurchsage entnehmen konnten.
Montag, 19. Juli 2004
Kino-Mission
Gelangweilt?
Filmliebhaber?
Missionarische Ader?
Dann sag mir, was mir nun also wirklich fehlt.
Welche Lücke gilt es zu füllen?
Was ist nun aber wirklich ih-pfui? Und wieso (bitte etwas ausführlicher)
Und überhaupt!?
Was fehlt nun wirklich noch?
Es geht mir hier nicht ums prahlen, Lob einheimsen o.ä.
Nur um ein paar gut gelegte Fährten. Danke!
Diese Software saugt
Ich HASSE Zwangsabmeldungen. Erst recht, wenn nach erneuter Anmeldung die Arbeit von zwei Stunden (WAAAAAAAAA!) in die ewigen Kloake gespült wurde.
Blogger, Blöd, Blögeldödel.
HASS. Ich verspüre das Verlangen jemanden zu verletzen, Tränen hervorzurufen und etwas bei glühender Hitze einzusperren.
Na gut, mache ich mir jetzt also eine Pizza, schnibbel eine unschuldige Zwiebel klein, lasse dabei meinen Tränen freien Lauf und BACKE den ganzen Mist dann bei 225° Celsius (jaaaahaaaha, brennen soll Salam -ipizza)
Schnaub. Dann köpf ich noch ne Flasche unschuldig umherstehendes Beck's. Nein, noch besser: ZWEI. Ha! MASSAKER!
OFF WITH THEIR MISERABLE HEADS!
Sonntag, 18. Juli 2004
Eine gute Nachricht
Mein heutiger Frühstückslacher:
"Der Regen wird wärmer" (Kurier am Sonntag / dpa).
Seufz.
Ok, und das hier ist die gute Nachricht.

Kleine Knobelei zum Sonntag
Sind Sie gelangweilt?
Dann wird dieser Link auch nicht helfen.
Wirklich nicht.
Na gut, ganz kurz vieleicht.
Benutzen Sie doch mal wieder ein altes Drehscheiben-Telefon:
Klingeling
Samstag, 17. Juli 2004
was für'n Blödsinn ...

Ich rauche doch gar nicht.
;)
via scholz .. jens scholz
SummerSwap
Gna.
Der Sampler, der mir bis jetzt mit Abstand am besten gefällt (was sowohl Verpackung als auch -und natürlich vor allem- die Musik betrifft), stammt nun ausgerechnet von dem menschlichen Wesen, dem ich meine bisher negativsten Blogerfahrungen zu verdanken habe (auch wenn sie nicht wirklich schlimm waren).
"Ich habe doch darum gebeten, die Schubladem nicht zu verlassen. Damned!"
Edit:
und Zack!
nur noch Nr. 2, und noch jede Menge zu hören...
:o)
Gelbe Karte für die FIFA
Die wie zuletzt bei der EURO 2004 gesehenen unnötigsten gelben Karten waren meiner Meinung nach (mit der ich in diesem Fall wohl mal Ausnahmsweise nicht ganz alleine stehem dürfte) die gelben Karten für Spieler, die in Folge des üblichen Emotionsausbruch nach dem Torerfolg sich das Trikot vom Leib gerissen hatten.
Wer wie ich diese Regel einfach nicht verstanden hat:
Bitte sehr:
wir wollen doch auf gar keinen Fall
die Gefühle dieser zart besaiteten
Menschen verletzten, gell?
"In islamischen Staaten gibt es in dieser Hinsicht Probleme."
Was mag wohl als nächstes kommen? Burkha-Pflicht beim Damenfußball ?
Once upon a time
Ich verweigere mich ja nach wie vor dem Harry Potter Hype (nicht gelesen, nicht gesehen, nicht gehört), aber diese Schlagzeile war mir doch einen Eintrag wert:
Gone for good
Draco Malfoy, Lord Voldemort & Co. (oder wie Sie auch immer heißen mögen): 1
Harry Potter: 0
Late in the evening
erinnerte ich mich heute an meine Taufe, die nun ca. 14 Jahre zurück liegen mag.
Im Schlafanzug sagte ich unserem Gemeindepastor, dass ich mich gerne taufen lassen würde. Er war eigentlich im Haus, um ein Gespräch mit meinem Vater und meiner Stiefmutter bzgl. deren Hochzeit zu führen.
Ich dachte schon lange über das Thema (Glaubens-)Taufe nach, und ergriff die Gelegenheit beim Schopfe, als dieser Mann sich in unseren vier Wänden befand: my Sanctuary halt.
Mein damaliger Aufzug führte dann in der Einführungsrede des gleichen Pastors anlässlich meines öffentlichen Bekenntnis zu einen guten, aber liebevollen Lacher der anwesenden Gemeindemitglieder ("...der erste Täufling, der seinem Wunsch nach Taufe im Schlafanzug bekundet hatte...").
Als Täufling (m)einer baptistischen Gemeinde trägt man gleich den Babys der Landeskirchen ein weißes Taufkleid. Und weiße Söckchen ("...und die Socken bitte nach der Taufe wieder zurückgeben...").
Über den langatmigen Gottesdienst weiß ich nicht viel interessantes zu berichten. Die Taufe selbst war im lauwarmen Wasser schnell geschehen. Ich frage mich heute noch, ob die Worte des Pastors ("Gott hat großes mit dir vor") nur eine Standardfloskel, ein gut gemeinter Wunsch oder eine Verheißung waren. Egal. Klitschnass verließ ich das Taufbecken, ging die Treppe in den Umkleideraum empor und fand hinter der Tür des Umkleideraums eine kleine Blechpfanne vor, in der man die nassen Sachen ausziehen und liegenlassen sollte. Ich ließ also alles fallen und zurück. Auch die ("bitte zurückgeben, Sohn") Socken. Nachdem ich mich wieder abgetrocknet, geschniegelt und gestriegelt hatte, fielen mir auch "meine" Socken ("Liieber Bruder, was hast du aus den dir anvertrauten Paar Socken gemacht?") dann doch wieder ein. "Oh nein, die Socken", dachte ich, während ich mich der nassen Pfanne näherte, in der mich eine Wasserpfütze sowie ein klatschnasser Berg Stoff erwartete, unter dem irgendwo auch mein Söckchen begraben waren. Ich hob den triefenden Stoff des Taufkleides an, der sich nur schmatzend und zäh vom Boden der Pfanne löste. Dieser so erzeugte Sound erinnerte fatal an Sumpf, Schmodder und Schleim. Was ich im Bezug auf meinen "alten Menschen", den ich ja per Taufe zurückließ, sehr passend fand. "So muss sich mein häßlicher und sterblicher Rest anhören, so und nicht anders", empfand ich aus ganzem Herzen, während ich die Socken griff und den Stoff wieder fallen ließ, der dann wie ein Schatten meiner abgelegten Vergangenheit trostlos in sich zusammenfiel.
Der Gottesdienst zog sich anschließend mühsam seinem Ende entgegen, endete mit einem Buchgeschenk und vielen Glückwünschen (wozu eigentlich?)
Familie Knubbelduck fuhr dann einer Einladung folgend zum Mittagessen nach Fischerhude. Hier hätte die Story ihr Ende finden könnnen, wenn nicht aus heiterm Himmel noch etwas passiert wäre:
Am Nachmittag stand ich nämlich unvermittelt für eine kurze Ewigkeit unter Strom / Energie, Kraft & Frieden. Ausgefüllt und pulsierend.
Leider vermag ich nicht genauer zu beschreiben, was mit mir geschah. Allein, mir verschlug es völlig die Sprache. Niemals zuvor, niemals danach habe ich ähnliches empfunden.
Was es war - ich weiß es nicht. Auch wenn es eine naheliegende Antwort gibt.
Und jeder, der dabei auf "Autosuggestion" o.ä. tippt, liegt meilenweit daneben.Thats for sure. Honestly.
"Some say this life I live is only foolishness
No waiting pot of gold in the faith that I possess"
(Fools Gold, Petra)
Freitag, 16. Juli 2004
Zuhause ist es doch am schönsten?
Nach drei langen Tagen des ängstlich-hoffenden Wartens las ich heute morgen im Bremer Käseblatt den Artikel "Die spinnen jetzt wohl total bei der Post" und fürchtete aufgrund eigener leidvoller Erfahrungen mit diesen gelben Pfuschern das Schlimmste. 11 Stunden Arbeit später bin ich dann mit angespannter Miene vorsichtig in den Hausflur geschlichen, so als würde bei einer hastigen oder lauten Bewegung jegliche für mich hinterlegte Postsendungen sich lauthals explodierend in Luft auflösen. Dummer, schizophrener Claus, ich.
In der hintersten Ecke lag er aber dann: mein Musikwürfel!
War das eine Freude. Ich schnell das Paket geschnappt, in meine Wohnung gestürmt, Paket aufgeschnitten und jubelnd die CDs entnommen. Diese noch in Jacke und Schuhen minutenlang bewundert, betastet, bestaunt. Lauter kleine Schätze.
Danke an alle Teilnehmer. Ihr seid die Größten! :o)
Nachdem ich jetzt 10% gehört habe, fühle ich allerdings den starken Drang, zwischendurch wieder mal meine CD abzuspielen.
Seltsam, aber so ist es irgendwie. Man hat soviel Arbeit reingesteckt, so oft probegehört, auch zwischendrin mal alles leicht genervt zur Seite gelegt ("ich kann es einfach nicht mehr hören, Teufel auch!") um es dann einen Tag später doch wieder liebevoll in den Händen zu halten.
Es fühlt sich so "richtig" an, die eigenen Tracks zu hören.
Ich erklär mir mein Verhalten momentan so, dass man nach jeder Probe (Wein, Speisen etc.) immer etwas zu sich nehmen muss, dass die Geschmacksknospen wieder justiert.
Ich bekam ein Paket. Große Freude. Und meine Musik ist für mich wie Brot. Claus Brot.
Hm. Müsste dass dann gebacken nicht so aussehen:
???
Ächz.
Santa Claus Brot.
Vorhang, bitte.
Danke.
Donnerstag, 15. Juli 2004
Heute kommen Sie auf Ihre Kosten
sagte der Sneak-Preview Ankündiger.
Es gab dann einen russischen Arthaus-Film (Father and Son)
im Oginalton mit deutschen Untertitel, serviert in schwuler Ästhetik und Weichzeichneroptik. Für sowas lebe ich ja. Doh!
Fühlte mich hinterher an den klassischen Verkäufer aus Lucky Luke-Heften bzw. den 08/15-Western erinnert: Vekäufer: "Kaufen Sie dieses Mittel, es hilft gegen Magenschmerzen..." Zuhörer aus dem Publikum: "Ich brauche was gegen eingewachsene Fußnägel." Verkäufer: "...und VOR ALLEM gegen eingewachsene Fußnägel!".
Kurz und gut: da gehst du einmal im Jahr wieder in eine Sneak, und dann gibt es einen Universalfilm: Hilft swohl als Schlaf- wie auch als Brechmittel.
Und ein dickes Paket voll Musik habe ich heute auch nicht bekommen. Und es hat geregnet. Bääh!
