Dienstag, 15. Juni 2004
Dingsbumms kommt nach der Halbzeit rein
Wunderschöner und ehrlicher Spiegel-Artikel zur Lager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.
Jetzt wäre ja mal die Frage, welchen Dingsbumms Herr Schröder noch einwechseln wird. Ich wäre ja für eine Neuansetzung des Spieltages, sprich: Neuwahlen. Zum einen, weil ich die jetzige Regierung weder vom Inhalt noch von den Köpfen her mag (letzteres trifft natürlich auch auf die aktuellen Oppositionsbänkler zu).
Zum anderen könnte dann evtl. endlich mal ein Wahlkampf über Programme stattfinden. Schröders Popularität dürfte verraucht sein, und Merkel hat diesen Luxus nie besessen. Es gibt grade keine Flut in Ostdeutschland, und ein weiterer Krieg zum Ablehnen steht momentan auch nicht zur Debatte.
Da jetzt mittlerweile jedem klar sein dürfte, dass es vom Staat keine Geschenke mehr zu verteilen gibt, könnte sich der wahlberechtigte Bürger zumindest das Reformkonzept aussuchen, unter dem er die nächsten Jahre leiden will.
Nach dem Motto: lieber die Peitsche oder die Knute, welche Schweinerei hätten's denn gern?
Montag, 14. Juni 2004
Freudensgeschrei
Zwei Treffer direkt ins Herz der englischen Selbstherrlichkeit.
Merci, Monsieur Zidane!
Schöne Samstagnacht
war das.
Ein wirkllich würdiger Grund zum Feiern, gute Gespräche, lecker Pizza, mucho Bier.
Und ein zwei alte Geschichten von der Seele geredet.
Hopfen und Malz, ...
;)
Freitag, 11. Juni 2004
What a day!
Wenn um 17:00 h der defekte Fernseher abgeholt werden soll
Wenn um 15:00 h deswegen Feierabend gemacht wurde
Wenn der IC dann aber 80 Minuten Verspätung hat
Wenn man den Fernsehwilli deswegen um 5 Minuten verpasst
Wenn man nicht zuletzt aus diesen Gründen eine Mordswut auf die DB AG hat
dann
bekommt man von der DB-Hotline eine standesgemäße Entschuldigung
und einen 5-Euro-Gutschein
telefoniert man hinter den TV-Juppen her, bis sei dann doch noch kommen
holt man seinen PC wieder vom Händler ab (und alles läuft, oh Wunder)
erhält man einen Anruf, dass der kleine Schnupp und seine Anna nach
17 Stunden eine Tochter bekommen haben (Mutter & Kind
wohlauf)
feiert man diesen Anlass beim Lieblingsitaliener mit Pizza,Weizen und
Espresso
ist man am Ende des Tages sehr glücklich (wer hätte das heute
Morgen oder gar noch im IC gedacht?)
Ein Vogel fliegt im Sturzflug federleicht über den Boden
Ein Wind provoziert ein out-of-body Gefühl
Der Himmel scheint mal wieder unendlich nah, als ich eine Mutter mit ihrem vieleicht einjährigen Kind im Arm sehe, während beide Richtung Sonnenuntergang schauen und das kleine Kind zu winken anfängt.
Wahnsinn, unglaublich.
"Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann woll'n wir des Vergangenen gedenken
und dann gehört dir unser Leben ganz.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag. "
Dietrich Bonhöffer, 1944
When Carsten Jancker scored his annual goal.
Mal ehrlich: es macht doch Spaß, sich zur Euro 2004 die BBC-Beschreibung von Deutschland durchzulesen.
Diese Woche macht mich fertig
Murph: Tell me a little about this electric piano, Ray.
Ray: Ah, you have a good eye, my man. That's the best in the city Chicago.
Jake: How much?
Ray: 2000 bucks and it's yours. You can take it home with you. As a matter of fact, I'll throw in the black keys for free.
"Ray ist gestorben".
Farewell, Ray
Donnerstag, 10. Juni 2004
Touchpads
sind neumodisches Teufelzeug, die die Arbeit einer ganzen Stunde durch Fehlinterpretation eines vorbeihuschenden Schattens vernichten können.
HASS!
Dann erfährt heute eben niemand, was ich über Lt.Gen. Percival und sein Zitat "Verteidigungsanlagen sind schlecht für die Moral" (kurz darauf fiel Singapore, das Percival eigentliich verteidigen sollte, schutzlos in die Hände der Japaner. Die Insel hatte nämlich an ihrer Nordseite keine Verteidigungsanlagen), meinen geizigen Ex-Chef (der trotz [oder wegen?] seines ungebändigten Geizes immer gerne und gierig alles in sich reinstopfte, was auf Geburtstagsfeier im Kollegenkreis angeboten wurde. Bis er mal eine große Hand voll Verpackungs-Chips aus einer eigens für ihn präparierten Kartoffel-Chips-Schale ungebremst in seinen Mund stopfte) sonst noch so zu sagen hatte.
Ok, vieleicht ist es auch besser so.
Na gut, es IST besser so.
Ein jeder kehr vor seiner Tür, er hat ja Dreck genug dafür, oder so.
Ich mag das Touchpad trotzdem nicht.
Die Woche entwickelt sich
Hm, wenn der 5000 Euro-Fernseher plötzlich nicht mehr angeht:
-freuen, weil Fehler noch in der Garantiezeit aufgetreten ist
oder
-ärgern, weil billiger Mist teuer verkauft wurde und der Defekt jetzt ausgerechnet so kurz vor der EM kommen musste
oder
-freuen, weil der Defekt jetzt so kurz vor der EM auftritt, an der eine grottenschlechte deutsche Elf teilnimmt und man so wenigstens keine Zeit verplempert, diesen Deppen beim Verlieren zuzusehen
oder
-ärgern, weil das ja jetzt überhaupt nicht in die Terminplanung passt
oder
-freuen, weil man genug Kraft bekommt, alles zu ertragen, wie ich vor wenigen Tagen (blumig formuliert) an dieser Stelle schrieb?
Tendiere zur Freude.
Verrückte Welt, in der ich lebe. Also wirklich.
Donnerstag, 10. Juni 2004
Alles, alles Gute
Alles, alles Gute zum 70. Geburtstag, meine geliebte, kleine Ente.
Llieber Donald, danke für alle die schönen Stunden.
”Und lieg’ ich dereinst auf der Bahre,
dann denkt an meine Guithare,
und gebt sie mir mit in mein Grab.“ Donald Duck
So bitte auch bei mir verfahren.
;)
Mittwoch, 9. Juni 2004
Glasierte Kerls
"ich will nicht unter perversen Oberbegriffen bei Google gefunden werden!".
Rasier dich selber, du Schmock. Empfehle Brandrodung.
Das ist dann auch heiß, Ferkel.
"It's hot, dude.", sozusagen.
Würg.
Filz und andere Probleme
Heute war der große Tag: Ich habe meinen Rechenknecht zu Atelco gebracht.
Sollen die sich doch mit dieser Primadonna herumärgern.
Nachdem ich mit dem Taxifahrer während der Fahrt ins Gespräch über Computer gelange, offenbart er mir nach wenigen Minuten, dass er sich ein Centrino-Notebook von Acer gekauft hat. "Sehr vernünftig, gute Wahl" lobe ich den PC-Neuling. "Für meine Zwecke ist der optimal", sagte er mir, "denn ich will damit mein Horoskop berechnen". Zack, schon war ich sprachlos. Ein Notebook zum Berechnen eines Horoskopes.
Wieso glauben Menschen tatsächlich, Ihre Zukunft ließe sich berechnen?
Abenteuerliche Vorstellung.
Beim Händler angekommen schraubte der fleissige Techniker erstmal meinen Rechner auf. Soll er doch, dachte ich mir, aber finden wird er bestimmt nur was, wenn er endlich mal intensive Benchmarks startet.
Peinlich, als er dann im Triumpf aufheulte: "Na, dass erklärt ja einiges", dabei mit seinem langen Schraubenzieher auf meinen CPU-Lüfter deutetend. Darunter war eine dicke, geschlossene und verfilzte Staubdecke, die vermutlich den Prozessor bei jeder Belastung ordentlich zum Glühen brachte.
"Wenn sie bei so einen heißen Wetter mit Pelzmäntel malochen müssten, dann würden sie aber auch schnell zu streiken anfangen." belehrte mich der Schnurrbartträger
Oller Klugscheißer, hrmpf. ;)
Kurz darauf war der Staub weggepustet (oh Pressluft, du Zauber jeder Werkstatt), neue VIA 4in1 Treiber installiert, Zone-Alarm deinstalliert( "ZONE-Alarm, oh nein. Das hilft überhaupt nichts. Ändern Sie lieber die Einstellungen ihres Betriebssystems!"), Grafikkarte getauscht, Soundkarte eingesetzt und siehe da: jetzt fing der Windows-Explorer an rumzuspinnen.
Doppelklick auf einen Ordner und de Hund fragt tatsächlich, womit er dieses PROGRAMM öffnen soll. Und anschließend ignorierte die neue ATI-Karte fleissig alle Änderungen an de Bildwiederholfrequenz.
Dieser Rechner hat mich heute wirklich geschafft.
Ende vom Lied: Kiste völlig genervt bei Atelco gelassen und XP bestellt. Samstag geh ich da hin, und wehe, wenn dann nicht alles picobello läuft. Schnaub.
Zuhause angekommen witterte mein neuer Labtop jetzt natürlich seine Chance und ließ sich ins Spiel meines Lebens einwechseln. Seit drei Stunden erfüllt er mir bereits dienstbar schnurrend alle Wünsche ohne Murren und Knurren. Gut Freund, das Labtop.
Nur den Erfinder des Touchpads würde ich gerne mal einen in den Hintern verpassen, aber so ordentlich. Schatten ist keine Berührung. Merken Sie sich das bitte.
BTW: Ich hätter das Touchpad ja oberhalb der Winz-Tastatur verlegt, aber mich fragt natürlich niemand.
Ach, was solls: ich verzeih dir deine kleinen Macken, du schnuckeliges Laptop.
So, jetzt ist für die nächsten sechs Stunden strammer Matratzenhorchdienst angesagt Was sein muss muss sein, der Tag fordert seinen Tribut.
Gute Nacht.
Dienstag, 8. Juni 2004
Dark knights are gathering, hiding away
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Wer hat gesagt, dass es leicht sein bzw. werden würde?
Tröstend und ermutigend, dass die Antwort schlicht "Niemand" lautet.
Irgendwie hat sich die rhetorische Frage zu einer Art Schlachtruf für mich entwickelt.
Niederschmetternden Ereignissen oder Erlebnissen mit dieser Frage die Dramatik, oder besser: den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Grimmig zurücklachen. Die Prüfung triumphierend annehmen. Sich für das offensichtliche Ungemach fröhlich bedanken. Das funktioniert natürlich nicht sofort. Beim Tinitus z.B. hat es bestimmt drei Tage gedauert, bis ich die richtige Antwort gefunden hatte: "Mehr hast du nicht drauf, um mich aus der Bahn zu werfen?". Das nächste Gefühl war, als würde ich inmitten bester Gesellschaft zum Kampf marschieren. Sehr erfüllend, irgendwie unwirklich und zugleich sehr erhebend.
Zitat eben beim Blättern entdeckt. Trifft es eigentlich ganz gut:
"Es gehört zu den schwierigsten und köstlichsten Feinheiten des Lebens, dass wir gewisse Dinge mit tiefem Ernst wahrnehmen und doch die Kraft und den Willen aufbringen müssen, leicht wie im Spiel damit umzugehen"
(C.S.Lewis).
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Thousands of angels, rise to be near. I see the shadows fly everywhere.
(Sea of Dreams / Land of Flames)
