Donnerstag, 29. April 2004
Da muss man doch was machen!
Forumsbesuche machen Spaß:
Wer hätte das gedacht?
Living next door to:
Heute an einer Werbefläche der S-Bahnstation Hamburg-Hammerbrook
gesehen:

Wenn man diesem Artikel Glauben schenken darf, ist das eine eben beginnende Werbekampagne der Telecom Italia.
Die Webseite (Trulla-kommt.de, oder so ähnlich. So viele Google-Besucher hier, gute Güte) fragt jedenfalls nur persönliche Daten ab.
So, jetzt mal Klartext:
An die Wichtigtuer, die sich diese dämlich-langbeinige Werbung ersonnen haben:
"ALICE, ALICE, WHO THE F*CK IS ALICE!"
Dieser Refrain fasst abschließend zusammen, was es zu diesem Thema zu sagen gibt (Bei Bedarf bitte jedes " * " durch ein " u " ersetzen. DIESE Art ["... Sie wissen schon, knick-knack..."] von Google-Freaks wollte ich mir nämlich ehrlich ersparen).
Und für alle Freunde von Liedtexten (ob die wohl wirklich irgendjemand mal in einem Blog komplett liest?), here you go:
ALICE, WHO THE F*CK IS ALICE
- GOMPIE (Smokie)
Sally called when she got the word
she said I suppose, you've heard about Alice
Well I rushed to the window, well I looked outside
I could hardly believe my eyes,
a big limousine rolled (drew) up into Alice's drive.
IDon't know why she's leaving
or where she's gonna go
I guess she's got her reasons
but I just don't want to know
'cause for twenty-four years
I've been living next door to Alice
(Alice, who the f*ck is Alice?)
Twenty-four years just waiting for the chance
to tell her how I´m feeling maybe get a second glance
Now I've got to get used to not living next door to Alice.
(Alice, who the f*ck is Alice?)
We grew up together (We walked together) two kids in the park
we carved our initials deep in the bark - Me and Alice
Now she walks through the door with her head held high
just for a moment, I caught her eye, as a big limousine pulled
slowly out of Alice's drive
Don't know why she's leaving...
(Then) Sally called back and asked how I felt and she said
hey I know how to help get over Alice.
She said now Alice is gone, but I'm still here
you know I've been waiting for twenty-four years
and the big limousine disappeared
I Don't know why she's leaving
or where she's gonna go.... "
Mittwoch, 28. April 2004
A thin red line
Wer am Vortag Abends bügelt
Wer Morgens duscht
Wer Morgens kränkelnd zur Arbeit fährt
wer Abends dann im brüllend warmen Badezimmer schockiert den Heizlüfter nach 12 Stunden Dauerhochleistungsbetrieb ausschaltet
wer Abends fassungslos feststellt, dass das Bügeleisen nahezu 18 Stunden vor sich hingeglüht hat
wer Abends sich wieder soweit besser fühlt, dass es zu schwarzen Tee mit Marmorkuchen-Madeleines reicht
der darf darüber nachsinnen,
ob die Stromrechnung dieses Jahr wohl horrend ausfallen wird
ob der Schutzengelden den verdienten Überstundenzuschlag erhält
ob Körper & Geist eigentlich noch richtig ticken
Schön, wenn man halbwegs gesund den Feierabend geniessen kann, so als wäre die letzten 24 Stunden eigentlich nix aufregendes passiert.
Mittwoch, 28. April 2004
Reality-Check: BAYERN-ALARM! WAAAH!
via Spiegel online: Wahl-o-mat zur Europawahl.
Ergebnis:
47% Übereinstimmung mit dem CSU-Programm, das Gegengewicht dazu sind die -25% PDS-Programm Negativübereinstimmung.
Bayern. Und das mir als Bremer. Schluchz.
Manchmal denke ich, dass ist nicht fair
Fußball scheint tatsächlich primär eine sehr spezielle Art von Sportlern anzuziehen, ganz gleich ob Männchen oder Weibchen.
Da lese ich heute morgen unschuldig den Sportteil des Bremer Tageszeitung "Weser-Kurier" und entdecke diese Perle:
Interview mit Sarah Günther, ihres Zeichens Jungnational-Spielerin.
Kommt aus Bremen, spielt beim Ha-Ha-Ha-es-vau. Ihre Hobbies: LESEN, Kino, Freunde.
Frage Weser-Kurier:
"Wer kann dem amtierenden Weltmeister (Anmerkung des blökenden Laien: Deutschland) bei der EM (Anmerkung des Anmerkenden: EM= EUROPA-Meisterschaft) gefährlich werden?"
Antwort Sarah Günther:
"Wir gelten als Favoriten. Gefährlich werden die Schwedinnen sein. Die USA, China. Jetzt kommt das typische Fußballgelaber: Man darf keine Mannschaft unterschätzen."
Als ob der Damen-Fußball nicht schon mit genug Problemen zu kämpfen hätte, hignarhihi.
Sarah, du hast scheinbar ähnliches Potential wie die große Dame des Frauenfußballs:
Andrea(s) "Andy" Möller ;)
Die Wohnung schreit
danach, aufgeräumt zu werden.
Kurze Frage an den inneren Schweinehund:
"Und, schreit sie laut genug für heute abend?"
Mit einem Grinsen auf dem Gesicht wird der Grossputz bis auf weiteres verschoben, auch ohne die Antwort je gehört zu haben...
Montag, 26. April 2004
Sommer-
Mettwurst, frisches Graubrot ("Worpsweder") und Becel, gereicht zu einem gediegenen Glas Hefe-Weissbier: sehr lecker, mjam mjam mjam.
Nachher noch einen Salat schnippeln (Gurke, Tomate, Eisbergsalat, Zwiebel und die meiner Meinung nach schmackhafteste Knorr Salat-Krönung: "Paprika-Kräuter) und einen guten Film anschauen, dabei weiter Bier die Kehle herunterfliessen lassen:
Das Leben ist schön. Auch Montags.
Sonntag, 25. April 2004
Qualen am Sonntag: Ein Leidensbericht in drei Teilen
Kapitel I: Der Frühstücksfluch
"Immer wieder Samstags", wenn ich mein Frühstück zubereitet (Brötchen mit Butter & Marmelade zu Tee mit Milch) und mich eben vor meinen Fernseher niedergelassen & GEMÜTLICH hingesetzt sowie die DVD meiner Wahl eingelegt habe, klingelt in 8 von 10 Fällen mein Telefon.
Es klingelt nicht vorher, es klingelt nicht hinterher, nein, es klingelt grundsätzlich, wenn der Tee eingeschenkt ist und der erste oder zweite Happen just abgebissen wurde bzw. sich zwischen Gaumen und Zähnen befindet. Dazu liegt in 9 von 10 Fällen der Hörer denn leider nicht neben der Fernbedienung, sondern in irgendeinem anderen Zimmer. Gnagnagna!
Da muss ich dringend noch dran arbeiten. Frühstück nur mit Fon, Ferstanden?
Am Samstag mittag wurde ich also für Sonntag mittag zum Geburtstag eingeladen. Regestriert, zugesagt, aufgelegt, hingesetzt, weitergemampft.
Sonntag morgen: aufwachen, frühstücken (siehe Samstag) und endlich die Erkenntnis: zum Geburtstagsbesuch fehlt mir ja irgendwie noch ein Geburtstagsgeschenk. Oh dear. Oh my. Oh weia. Oh, ist das schon spät!
Kapitel II: Algebra in Höllenhitze
Was tun, sprach Cleus. Aber da ist ja noch der Hauptbahnhof, der mit Tee- und Schoko(-)Laden nahzu ganztägig eine Rettung in höchster Not anbietet.
Im Teeladen angekommen ist es dort schon mal unerträglich warm.
"Vermutlich werden die Teeblätter erst im Teeladen getrocknet, aromageschützt durch Papierverpackungen" sagte ich zu mir selbst. Bizarr, auf was für Gedanken ein Claus durch Affenhitze und Zeitnot so kommen kann...
Die Verkäuferin hatte eben die letzte Kundin vor mir verabschiedet und drehte sich in meine Richtung: "Und wie kann ich Ihnen helfen?".
Ich holte tief Luft. Schließlich wollte ich meinem Wunsch angemessen und deutlich Gehör verschaffen. Doch während ich noch einatme und ein dem Bestellvorgang angemessenes & würdevolles Gesicht aufsetze, läuft die Dame des Hauses auch schon an mir vorbei, dienstbeflissen der Asiatin entgegen, die vermutlich kurz nach mir des Geschäft betreten hatte:
Claus + Asiatin + Verkäuferin = Claus Luft².
Gut, dass ich ein friedlicher Mensch bin. Gut, dass die Verkäuferin kein Wort von dem verstand, was die zierliche Dame aus Fernost ihr zu sagen versuchte. Somit:
Claus + Asiatin, die Kauderwelsch redet + Verkäuferin = Claus (Kunde + König).
Das "haben Sie verstanden, was die Dame haben möchte?" der Verkäuferin beantwortete ich säuerlich lächelnd aber liebensgewürzig mit "nein, habe ich nicht".
Mein still vor sich hin köchelndes Gehirn hatte mir nämlich eben die höhere Logik der folgenden Gleichung präsentiert:
Claus + Asiatin, die gedolmetscht wird + Verkäuferin = Wurzel aus Claus (verpätet³), gerissen vom verärgerten Gastgeber.
Kapitel III: Die Geißel des öffentlichen Nahverkehrs: Taxifahrer
Mit dem ergatterten Geschenk unter dem Arm (Tee und Tee und VanilleZucker-Kandis im schönen Karton mit Schleife) konnte mich jetzt allerdings nur noch ein Taxi halbwegs pünktlich zum Jubilar bringen.
Den Bahnhof verlassend stieg ich böses ahnend in die erste freie Mietdroschke. Abgesehen davon, dass das Taxi nicht besonders aufgeräumt war (ein alter Quittungsblock purzelte mir bereits beim Einsteigen entgegen) wurde es auch mal wieder von der einen Sorte Mensch gesteuert, die ich besonders liebe: Dem Schwein. Oder besser: der männlichen Wildsau.
Dieses Exemplar musste während der Fahrt irgendwann einmal geringfügig bremsen, da das Fahrzeug vor uns (Frau am Steuer) unvermutet das Tempo gedrosselt hatte, was Taxifahrer grunzend mit "die Alte vor uns ist gestern Nacht nicht drangekommen" kommentierte. Augenrollend versuchte ich den nun startenden Monolog mit einem "jaja, die Sonntagsfahrer" abzukürzen, doch es war hoffnungslos. Der Fahrer stellte den grossen galaktischen Zusammenhang zwischen dem Sexualleben von Frauen und ihren anschliessenden Fahrkünsten am Sonntag mittag auf, gewürzt mit Einwürfen a la "musst du mal probieren, wenn die drangekommen sind, fahren die besser, wirst sehen (fügen Sie bitte an dieser Stelle ein wirklich SCHMUTZIGES Lachen Ihrer Wahl ein)". Nachdem ich schließlich und endlich mit einem gewürgtem "wollen wirs mal glauben" die unausgesprochene Forderung nach einer wie auch immer gearteten Zustimmung von mir gegeben hatte, verstummte die schmuddelige Quasselstrippe endlich und brachte mich und die über meinem Haupte schwebende schwarze Wolke rechtzeitig (immerhin etwas) zur gewünschten Adresse.
Epilog:
Der Geburtstag war schön, es gab lecker Essen und ein angenehmes Wiedersehen mit vielen lieben Menschen.
Geht doch, Sonntag.
Freitag, 23. April 2004
Wrack ahoi
Die restliche Schifffahrt ist durch den Lageplatz des Wracks glücklicherweise nicht gefährdet: es liegt fern ab der häufig befahrenen Wasserstrassen.
Wenn man auf den Grund schaut, sieht man aus dem Wrack etwas schimmrig funkeln. Ob das Schimmern von wertvollen Juwelen oder auslaufendem Atommüll stammt ist allerdings unklar.
Auch die offene Frage, ob der Kahn dereinst durch einen umsichtigen Kapitän an sicherer Stelle den Fluten übergeben oder doch nur durch inkompetene Bedienung lange vor seiner Zeit hoffnungslos auf Grund gesetzt wurde, sie bleibt ungeklärt.
"Same old song, just a drop of water in an endless sea
All we do, crumbles to the ground, though we refuse to see..."
(Kansas/Dust in the wind).
Dienstag ist der liebe Werner gestorben. Die letzten Jahre seines Lebens (er ist über 70 geworden) waren nicht die leichtesten: Blutwäschen (wöchentlich), Gehbehinderung etc., Tod der Ehefrau. Trotzdem blieb er immer freundlich, witzig und interessiert. Vor zwei-drei Jahren habe ich ihm noch bei seinen ersten Computer-Schritten begleiten dürfen (Laptop, Internet, Digitalfotografie).
Meinen Vater verabschiedete Werner kurz vor seinen Tod mit den Worten
"Wir sehen uns in der Herrlichkeit wieder.
Aber lass dir mit dem Nachkommen noch etwas Zeit."
"When He cometh, when He cometh
To take up his jewels
All his jewels, precious jewels
His Loved and His own.
Like the stars of the morning
His bright crown adorning
They will shine in their beauty
Bright jems for his crown.
He will gather, He will gather
The jems for His kingdom
All the pure ones, all the bright ones
His loved and His own.
(Jewels/Alison Krauss & the Cox familiy)
Werner wurde Dienstag aufgesammelt, als Juwel, ich bin mir sicher.
Zurück zum Wrack. Sollte das wirklich Atommüll sein, dann hoffe ich, dass irgendein Muschelvorgang das Zeug doch noch in eine Perle verwandelt.
Ein bedächtiges und entspanntes Wochenende an alle Leser wünscht
HMS Sunkenclaus
Donnerstag, 22. April 2004
Tagesthema: Frauen & Gewalt
Frau/schaurig rote Waffe/Gemetzel-Part 1
Heute kommt die 200. Ausgabe von Berlin Mitte.
Ich liebe diese Sendung. Vor allem, weil die Frau Illner im Gegensatz zu Frau Christiansen auch eine Polit-Talkshow LEITEN kann bzw. zur richtigen Zeit die richtigen Fragen stellt.
Dazu gibt es lecker Pizza, die ich höchstpersönlich mit meinem SCHARFEN Messer gnadenlos zerstückeln werden. Hay - ah!
Frau/schaurig rote Waffe/Gemetzel-Part 2
Ja, und danach tu ich mir Kill Bill II im Cinemaxx an. Uma Dingsbums beim Zerhäckseln endloser Bösewichter. Schnipp-schnapp. A - ta -ri!
Na, wird Zeit den Ofen vorzuglühen, sonst wir das nix mehr mit der Peperoni-Pizza.
