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Freitag, 30. April 2004

Rest in pieces

Es begab sich im Jahre unseres Herrn 1995, da verteilte eine Hamburger Firma Taschenkalender als Werbegeschenk. Unser junger Held, nennen wir ihn an dieser Stelle einfach bedeutungsschwanger C, erhielt ebenfalls einen dieser köstlichen Kalender.
Was war an diesem Wunderwerk nicht alles enthalten: Adressverzeichnis, 3-Jahresübersichten, Portokosten, Landkarten usw. Dazu zwei Fächer für Kreditkarten und eine längliche Falte, die genügend Platz selbst für Banknoten bot.

C fackelte damals nicht lange und verwendete fortan dieses Kleinod als Portemonnaie. Geldmünzen wurden seitdem lose in Jacken- oder Hosentaschen transportiert, was den Zahlungsverkehr per EC-Karte auf der Beliebtheitsskala des C zu einem neuen Rekordhoch verhalf.

Nun, die Zeit ging ins Land, und die Zeit war kein Freund des kleinen Taschenkalenders. Er hatte schließlich derart gelitten, dass C beim öffenlichen Zücken und Bezahlen von allen Seiten so unhöflich wie auch unerwünscht auf seine (hüstel) Brieftasche angesprochen wurde ("iih, wie hast du denn da?" oder "du solltest dir endlich mal ein neues Portemonnaie anschaffen").
Eben hatte der massive öffentliche Druck unseren Hauptdarsteller bereits beinahe zum Neukauf einer "regulären" Brieftasche veranlasst, als, ja, als plötzlich sein kleiner Bruder seinen Auftritt in unserem Spiel einleutete:
Kleiner Bruder:"Also, dein Portemonnaie, das, das sieht bereits aus wie ein Moorleiche".
Großer Bruder: "Hm, hast recht, wie eine ... Moorleiche. Mein kleiner Taschenkalender, der sieht aus, wie -, ja wie-, wow!"

Durch diese neue Assoziation beflügelt verwendete C daraufhin sein einzigartiges Moorleichenportemonnaie weitere 1 1/2 Jahre... ;)


Epilog:
Am 30.04.04 verscharrte C die sterblichen Reste seines wirklichehrlichaufrichtignichtmehrverwendbaren Kalenders
in einem Bereich des Bremer Bürgerparks, der bereits einmal zu Zeiten des 30jährigen Krieges die Funktion eines Friedhofes erfüllen musste.
Die Mumie III
Leb wohl, meine liebe Moorleiche, und schlaf schön, seufz.
:(

edit:

inspiriert durch kristof hier der Inhalt, den ich in mein neues & langweiliges (oh Schande) Tchibo-Portemonnaie umtopfen musste:

1. 40 Euro in Scheinen, 5,38 in Münzen
2. rosa Führerschein & Personalausweis
3. Rotes Kreuz Blutspende-Ausweis
4. Bremer Karte (Monats-Ticket für die Bremer Strassenbahn AG)
5. 3 entwertete und 2 frische Kurzstreckenkarten für die DB
6. EC-, Krankenkasse- und Telefon-Karte
7. 2 Taxinummern-Karten (Achim & Weyhe)
8. Friseur-, Gameworld- und Videoverleih-Bonuskarte
9. Zeiterfassungskarte für die Abbeit
10.2 Videoverleih-Clubausweise
11. Karstadt-Happy-Digits & Metro-Firmen-Karte
12. Cinemaxx-Gutscheine im Wert von 6 Euro
13. 2 benutzte Kinokarten ("Kill Bill II" und "The Missing")
14. Eine Kassenquittung vom Wochenendeinkauf (ächz, was für Menschenmassen)
15. Ein Gewinnerlos der Bremer Bürgerparktombola (aufbewahrt für die 10.000 Euro Sonderverlosung Mitte Mai. Der Gewinn waren 2 Minisalamis, Lospreis 1,- Euro)

ganz unten | 21:04h | 3 Kommentare |comment

 

 

Donnerstag, 29. April 2004

Da muss man doch was machen!

Forumsbesuche machen Spaß:
Wer hätte das gedacht?




Alles was (DSL-) Modem hat, lobe den Herrn | 22:57h | 3 Kommentare |comment

 

 

Living next door to:

Heute an einer Werbefläche der S-Bahnstation Hamburg-Hammerbrook
gesehen:

Alice? Who the fuck is Alice?
Wenn man diesem Artikel Glauben schenken darf, ist das eine eben beginnende Werbekampagne der Telecom Italia.

Die Webseite (Trulla-kommt.de, oder so ähnlich. So viele Google-Besucher hier, gute Güte) fragt jedenfalls nur persönliche Daten ab.

So, jetzt mal Klartext:
An die Wichtigtuer, die sich diese dämlich-langbeinige Werbung ersonnen haben:

"ALICE, ALICE, WHO THE F*CK IS ALICE!"

Dieser Refrain fasst abschließend zusammen, was es zu diesem Thema zu sagen gibt (Bei Bedarf bitte jedes " * " durch ein " u " ersetzen. DIESE Art ["... Sie wissen schon, knick-knack..."] von Google-Freaks wollte ich mir nämlich ehrlich ersparen).


Und für alle Freunde von Liedtexten (ob die wohl wirklich irgendjemand mal in einem Blog komplett liest?), here you go:

ALICE, WHO THE F*CK IS ALICE

- GOMPIE (Smokie)
Sally called when she got the word
she said I suppose, you've heard about Alice
Well I rushed to the window, well I looked outside
I could hardly believe my eyes,
a big limousine rolled (drew) up into Alice's drive.
IDon't know why she's leaving
or where she's gonna go
I guess she's got her reasons
but I just don't want to know
'cause for twenty-four years
I've been living next door to Alice
(Alice, who the f*ck is Alice?)

Twenty-four years just waiting for the chance
to tell her how I´m feeling maybe get a second glance
Now I've got to get used to not living next door to Alice.
(Alice, who the f*ck is Alice?)

We grew up together (We walked together) two kids in the park
we carved our initials deep in the bark - Me and Alice
Now she walks through the door with her head held high
just for a moment, I caught her eye, as a big limousine pulled
slowly out of Alice's drive

Don't know why she's leaving...

(Then) Sally called back and asked how I felt and she said
hey I know how to help get over Alice.
She said now Alice is gone, but I'm still here
you know I've been waiting for twenty-four years
and the big limousine disappeared

I Don't know why she's leaving

or where she's gonna go.... "

Beobachtungen | 21:25h | 0 Kommentare |comment

 

 

Mittwoch, 28. April 2004

A thin red line

Wer am Vortag Abends bügelt

Wer Morgens duscht

Wer Morgens kränkelnd zur Arbeit fährt


wer Abends dann im brüllend warmen Badezimmer schockiert den Heizlüfter nach 12 Stunden Dauerhochleistungsbetrieb ausschaltet

wer Abends fassungslos feststellt, dass das Bügeleisen nahezu 18 Stunden vor sich hingeglüht hat

wer Abends sich wieder soweit besser fühlt, dass es zu schwarzen Tee mit Marmorkuchen-Madeleines reicht


der darf darüber nachsinnen,
ob die Stromrechnung dieses Jahr wohl horrend ausfallen wird

ob der Schutzengelden den verdienten Überstundenzuschlag erhält

ob Körper & Geist eigentlich noch richtig ticken


Schön, wenn man halbwegs gesund den Feierabend geniessen kann, so als wäre die letzten 24 Stunden eigentlich nix aufregendes passiert.

Freud und Leid | 21:15h | 0 Kommentare |comment

 

 

Mittwoch, 28. April 2004

Reality-Check: BAYERN-ALARM! WAAAH!

via Spiegel online: Wahl-o-mat zur Europawahl.

Ergebnis:
47% Übereinstimmung mit dem CSU-Programm, das Gegengewicht dazu sind die -25% PDS-Programm Negativübereinstimmung.

Bayern. Und das mir als Bremer. Schluchz.

Sie sind Lebowski. Ich bin der Claus, Dude. | 01:32h | 0 Kommentare |comment

 

 

Manchmal denke ich, dass ist nicht fair

Fußball scheint tatsächlich primär eine sehr spezielle Art von Sportlern anzuziehen, ganz gleich ob Männchen oder Weibchen.

Da lese ich heute morgen unschuldig den Sportteil des Bremer Tageszeitung "Weser-Kurier" und entdecke diese Perle:

Interview mit Sarah Günther, ihres Zeichens Jungnational-Spielerin.

Kommt aus Bremen, spielt beim Ha-Ha-Ha-es-vau. Ihre Hobbies: LESEN, Kino, Freunde.

Frage Weser-Kurier:
"Wer kann dem amtierenden Weltmeister (Anmerkung des blökenden Laien: Deutschland) bei der EM (Anmerkung des Anmerkenden: EM= EUROPA-Meisterschaft) gefährlich werden?"

Antwort Sarah Günther:
"Wir gelten als Favoriten. Gefährlich werden die Schwedinnen sein. Die USA, China. Jetzt kommt das typische Fußballgelaber: Man darf keine Mannschaft unterschätzen."

Als ob der Damen-Fußball nicht schon mit genug Problemen zu kämpfen hätte, hignarhihi.

Sarah, du hast scheinbar ähnliches Potential wie die große Dame des Frauenfußballs:
Andrea(s) "Andy" Möller ;)

In den Nachrichten | 23:20h | 4 Kommentare |comment

 

 

Die Wohnung schreit

danach, aufgeräumt zu werden.

Kurze Frage an den inneren Schweinehund:

"Und, schreit sie laut genug für heute abend?"

Mit einem Grinsen auf dem Gesicht wird der Grossputz bis auf weiteres verschoben, auch ohne die Antwort je gehört zu haben...

Singlehaushalt | 23:16h | 1 Kommentar |comment

 

 

Montag, 26. April 2004

Sommer-

Mettwurst, frisches Graubrot ("Worpsweder") und Becel, gereicht zu einem gediegenen Glas Hefe-Weissbier: sehr lecker, mjam mjam mjam.

Nachher noch einen Salat schnippeln (Gurke, Tomate, Eisbergsalat, Zwiebel und die meiner Meinung nach schmackhafteste Knorr Salat-Krönung: "Paprika-Kräuter) und einen guten Film anschauen, dabei weiter Bier die Kehle herunterfliessen lassen:

Das Leben ist schön. Auch Montags.

Singlehaushalt | 19:50h | 3 Kommentare |comment

 

 

Sonntag, 25. April 2004

Qualen am Sonntag: Ein Leidensbericht in drei Teilen

Kapitel I: Der Frühstücksfluch
"Immer wieder Samstags", wenn ich mein Frühstück zubereitet (Brötchen mit Butter & Marmelade zu Tee mit Milch) und mich eben vor meinen Fernseher niedergelassen & GEMÜTLICH hingesetzt sowie die DVD meiner Wahl eingelegt habe, klingelt in 8 von 10 Fällen mein Telefon.
Es klingelt nicht vorher, es klingelt nicht hinterher, nein, es klingelt grundsätzlich, wenn der Tee eingeschenkt ist und der erste oder zweite Happen just abgebissen wurde bzw. sich zwischen Gaumen und Zähnen befindet. Dazu liegt in 9 von 10 Fällen der Hörer denn leider nicht neben der Fernbedienung, sondern in irgendeinem anderen Zimmer. Gnagnagna!
Da muss ich dringend noch dran arbeiten. Frühstück nur mit Fon, Ferstanden?
Am Samstag mittag wurde ich also für Sonntag mittag zum Geburtstag eingeladen. Regestriert, zugesagt, aufgelegt, hingesetzt, weitergemampft.
Sonntag morgen: aufwachen, frühstücken (siehe Samstag) und endlich die Erkenntnis: zum Geburtstagsbesuch fehlt mir ja irgendwie noch ein Geburtstagsgeschenk. Oh dear. Oh my. Oh weia. Oh, ist das schon spät!

Kapitel II: Algebra in Höllenhitze
Was tun, sprach Cleus. Aber da ist ja noch der Hauptbahnhof, der mit Tee- und Schoko(-)Laden nahzu ganztägig eine Rettung in höchster Not anbietet.
Im Teeladen angekommen ist es dort schon mal unerträglich warm.
"Vermutlich werden die Teeblätter erst im Teeladen getrocknet, aromageschützt durch Papierverpackungen" sagte ich zu mir selbst. Bizarr, auf was für Gedanken ein Claus durch Affenhitze und Zeitnot so kommen kann...
Die Verkäuferin hatte eben die letzte Kundin vor mir verabschiedet und drehte sich in meine Richtung: "Und wie kann ich Ihnen helfen?".
Ich holte tief Luft. Schließlich wollte ich meinem Wunsch angemessen und deutlich Gehör verschaffen. Doch während ich noch einatme und ein dem Bestellvorgang angemessenes & würdevolles Gesicht aufsetze, läuft die Dame des Hauses auch schon an mir vorbei, dienstbeflissen der Asiatin entgegen, die vermutlich kurz nach mir des Geschäft betreten hatte:
Claus + Asiatin + Verkäuferin = Claus Luft².
Gut, dass ich ein friedlicher Mensch bin. Gut, dass die Verkäuferin kein Wort von dem verstand, was die zierliche Dame aus Fernost ihr zu sagen versuchte. Somit:
Claus + Asiatin, die Kauderwelsch redet + Verkäuferin = Claus (Kunde + König).
Das "haben Sie verstanden, was die Dame haben möchte?" der Verkäuferin beantwortete ich säuerlich lächelnd aber liebensgewürzig mit "nein, habe ich nicht".
Mein still vor sich hin köchelndes Gehirn hatte mir nämlich eben die höhere Logik der folgenden Gleichung präsentiert:
Claus + Asiatin, die gedolmetscht wird + Verkäuferin = Wurzel aus Claus (verpätet³), gerissen vom verärgerten Gastgeber.

Kapitel III: Die Geißel des öffentlichen Nahverkehrs: Taxifahrer
Mit dem ergatterten Geschenk unter dem Arm (Tee und Tee und VanilleZucker-Kandis im schönen Karton mit Schleife) konnte mich jetzt allerdings nur noch ein Taxi halbwegs pünktlich zum Jubilar bringen.
Den Bahnhof verlassend stieg ich böses ahnend in die erste freie Mietdroschke. Abgesehen davon, dass das Taxi nicht besonders aufgeräumt war (ein alter Quittungsblock purzelte mir bereits beim Einsteigen entgegen) wurde es auch mal wieder von der einen Sorte Mensch gesteuert, die ich besonders liebe: Dem Schwein. Oder besser: der männlichen Wildsau.
Dieses Exemplar musste während der Fahrt irgendwann einmal geringfügig bremsen, da das Fahrzeug vor uns (Frau am Steuer) unvermutet das Tempo gedrosselt hatte, was Taxifahrer grunzend mit "die Alte vor uns ist gestern Nacht nicht drangekommen" kommentierte. Augenrollend versuchte ich den nun startenden Monolog mit einem "jaja, die Sonntagsfahrer" abzukürzen, doch es war hoffnungslos. Der Fahrer stellte den grossen galaktischen Zusammenhang zwischen dem Sexualleben von Frauen und ihren anschliessenden Fahrkünsten am Sonntag mittag auf, gewürzt mit Einwürfen a la "musst du mal probieren, wenn die drangekommen sind, fahren die besser, wirst sehen (fügen Sie bitte an dieser Stelle ein wirklich SCHMUTZIGES Lachen Ihrer Wahl ein)". Nachdem ich schließlich und endlich mit einem gewürgtem "wollen wirs mal glauben" die unausgesprochene Forderung nach einer wie auch immer gearteten Zustimmung von mir gegeben hatte, verstummte die schmuddelige Quasselstrippe endlich und brachte mich und die über meinem Haupte schwebende schwarze Wolke rechtzeitig (immerhin etwas) zur gewünschten Adresse.

Epilog:
Der Geburtstag war schön, es gab lecker Essen und ein angenehmes Wiedersehen mit vielen lieben Menschen.
Geht doch, Sonntag.

Ein Reisebericht | 20:06h | 0 Kommentare |comment

 

 

Freitag, 23. April 2004

Wrack ahoi

Die restliche Schifffahrt ist durch den Lageplatz des Wracks glücklicherweise nicht gefährdet: es liegt fern ab der häufig befahrenen Wasserstrassen.
Wenn man auf den Grund schaut, sieht man aus dem Wrack etwas schimmrig funkeln. Ob das Schimmern von wertvollen Juwelen oder auslaufendem Atommüll stammt ist allerdings unklar.
Auch die offene Frage, ob der Kahn dereinst durch einen umsichtigen Kapitän an sicherer Stelle den Fluten übergeben oder doch nur durch inkompetene Bedienung lange vor seiner Zeit hoffnungslos auf Grund gesetzt wurde, sie bleibt ungeklärt.

"Same old song, just a drop of water in an endless sea
All we do, crumbles to the ground, though we refuse to see..."
(Kansas/Dust in the wind).


Dienstag ist der liebe Werner gestorben. Die letzten Jahre seines Lebens (er ist über 70 geworden) waren nicht die leichtesten: Blutwäschen (wöchentlich), Gehbehinderung etc., Tod der Ehefrau. Trotzdem blieb er immer freundlich, witzig und interessiert. Vor zwei-drei Jahren habe ich ihm noch bei seinen ersten Computer-Schritten begleiten dürfen (Laptop, Internet, Digitalfotografie).

Meinen Vater verabschiedete Werner kurz vor seinen Tod mit den Worten
"Wir sehen uns in der Herrlichkeit wieder.
Aber lass dir mit dem Nachkommen noch etwas Zeit."


"When He cometh, when He cometh
To take up his jewels
All his jewels, precious jewels
His Loved and His own.

Like the stars of the morning
His bright crown adorning
They will shine in their beauty
Bright jems for his crown.

He will gather, He will gather
The jems for His kingdom
All the pure ones, all the bright ones
His loved and His own.

(Jewels/Alison Krauss & the Cox familiy)

Werner wurde Dienstag aufgesammelt, als Juwel, ich bin mir sicher.



Zurück zum Wrack. Sollte das wirklich Atommüll sein, dann hoffe ich, dass irgendein Muschelvorgang das Zeug doch noch in eine Perle verwandelt.

Ein bedächtiges und entspanntes Wochenende an alle Leser wünscht
HMS Sunkenclaus

ganz unten | 23:19h | 0 Kommentare |comment