Montag, 20. September 2004
Braun, braun, braun, ist die Sachsen-Nuß.
Faul und hohl ist sie obendrein.
An alle Genossen (ob mit Volksvorsatz oder ohne):
Ihr widert mich an.
"Heil, ihr Führergetreuen aus Sachsen, denn ihr habt es dringend nötig", oder doch lieber "Auferstanden aus Ruinen und dem Schwachsinn zugewandt"?
Was ist jetzt zu tun? Ich plädiere ja für Wegfall der sozialstaatlichen Zuwendungen in Ländern, in denen sich Extrem-Partein über die 5%-Hürde geätzt haben. Wenn diese Wähler schon meinen, dass nur noch neofaschistisch-postkommunistische Lösungen helfen, dann sollen die wenigsten dabei nicht noch von mir allimentiert werden.
Was euch fehlt ist Demut, liebe Freunde der einfachen Antwort.
Nur weil es Osteuropäer gibt, die die Art von Arbeiten ausführen, für die ihr euch noch zu fein oder schade seit, heißt dass noch lange nicht, dass ihr auch nur einen Deut besser seit als diese Menschen.
Und nur weil es einen bundesdeutschen Sozialstaat gibt, heißt dass noch lange nicht, dass ihr ewig alles verteilen dürft, ohne dafür entsprechend gearbeitet zu haben.
Aaarrrrgh!
Schimpf und Schande auch der deutschen Sozialdemokratie, für nunmehr 6 Jahre stümperhaft ausgeführte Regierungsarbeit. Das erkärt nämlich einiges.
Und Schmach auch den Angsthasen aus der Opposition, die sich nach wie vor weigern, kraftvolle Oppositionsarbeit abzuliefern. Diese Unzufrieden hätten EUCH wählen müssen, in Knallchargen!
Jedenfalls warte ich jetzt auf eine deutliche Reaktion.
Von der SPD. Von der CDU. Von den Anständigen.
JETZT ist der Zeitpunkt erreicht, an dem es im Osten auf die Straße zu gehen gilt. JETZT. JETZT. JETZT.
Und ich dachte, dass mein verpilzter Teppich die schlechte Nachricht an diesem Wochenende sein würde.
Aber was ist schon die niedliche allergische Reaktion auf Pilzsporen im Wohnzimmer zu der MEGATONNEN-Allergie, die aus solchen Wahlergebnissen erwächst?!
edit:
Nach dem nächtlichen Phönix-Special über die unterschiedlichen Reaktionen der Generalssekretäre bleibt nur Wut und Verachtung
für Münterfering ("alles in allem ein erfreulicher Tag")
und Herrn Benneter, der in seiner Erklärung zu den Wahlergebnissen einzig von den Verlusten für die CDU zu berichten weiß, wo doch unser aller Verlust (jeder dritte hatte extrem gewählt, sei es rechts oder links) an der Tagesordnung stehen müsste. Gleiches, wenn auch etwas abgemilderter, von Herrn Bütikofer.
Einzig Herr Meyer von der CDU findet die richtigen Worte.
Passt wie Faust aufs Auge zur aktuellen Schieflage der deutschen Nation.
Statt den Flurschaden zu erkennen und deutlich anzuprangern, aalt sich die rot-grüne Schröder-Regierung in den Verlusten der CDU (ohne irgendeinen Grund zur Freude zu haben, wenn man sich das SPD-Ergebnis in Sachsen mal so ansieht: das wird dort nämlich bald eng mit der 5%-Hürde für die SPD...).
Samstag, 18. September 2004
Ding - Dong
Hiermit ist er eingeläutet:
der Samstag-Filmabend.
Die Bildröhre vorgeglüht, die DVDs handverlesen, das Linsen-Bolognese-Reisgericht auf dem Herd, der Wein entkorkt, die Stimmung auf dem Höchststand, Hausfrauenpop am laufen.
Kurz:
(tief einatmend ausseufzend)
Ich bin auf der Krone des Wochenendes angekommen.
Schönen Abend allerseits.
:o)
Freitag, 17. September 2004
Freund und Feind
Gemeint ist der Körper. Der Leib. Der Organismus, der uns umgibt.
Uns auf diesen Planeten fesselt. Die Knochen, das Fleisch, der Schwabbel.
Der einen so wunderbar belohnt, wenn man sich nach dem morgendlichen Aufwachen von giftigen Flüssigkeiten entleert hat.
Dieses herrliche Gefühl, das er einem spendiert, wenn man sich dann frei vom Blasendruck wieder ins Bett legen kann.
Der uns so glücklich und verzückt seufzen lässt, nachdem wir uns nach drei Stunden intensiver Körperimpulse seinerseits ("Ich halte es gleich nicht mehr aus, arrgh") ("hu-ha hu-ha hu-ha") endlich auf eine Toilette gerettet haben.
Und es einfach kommen lassen. Und es dann läuft. Und läuft. Und (huuuhuhu) läuft (ahhh!).
Dieser Körper also hat einige biologische Tricks auf Lager, mit denen er uns recht geschickt zu manipulieren vermag.
Damit wir zum Beispiel fettige Pizza in uns hineinschlingen. Oder uns bequem auf das Sofa fläzen und die Füße hochlegen. Just so hoch, um den bequemen Blutstrom zu unterstützen. Zugeständnis an unser Bewußtsein ist in der Regel, dass diese Höhe immer noch tief genug ist, um dabei nicht die Sicht auf die flimmernde Mattscheibe zu beinträchtigen.
Die Frage ist: was ist das eigentlich für ein Alien, dass sich da um unser Bewustsein geschmiegt hat? Diese Todesmaschine, die sich auf und an unsere Seele gestöpselt hat? Die im Falle eines Totalschadens unser innerstes Selbst mit sich in den Abgrund reißt?
Der naheliegenste Verdacht wäre ja, dass wir ein fleischgewordenes Produkt aus dem Hause Microsoft sind.
Nach dem Motto: alles kein Bug, sondern ein Feature.
Der sichere Beweis, dass dies natürlich nichts als ein vergnüglicher Irrtum sein kann, ist das ausgeprägt Verlangen, dass unser Körper an den Tag legt, um sich selber zu kopieren. Seine Informationen zu vervielfältigen.
Vom Wissen anderer Körper zu profitieren. Demnach wären wir eher Linuxgeschöpfe, wenn mich mein Laienwissen hier nicht auf eine falsche Fährte geführt hat. Das wierderum würde dann auch erklären, warum so viele Bedienelemente nur so umständlich zu beherschen sind bzw. nur (ach, ach) so wenigen bekannt sind. Und, natürlich!, warum es kein Benutzerhandbuch gibt.
Ich würde an dieser Stelle ja gerne noch weiter mit Ihnen philosophieren, aber mein Körper hat mir bereits mehrfach und nachdrücklich deutlich gemacht,
dass jetzt
a) wieder Flüssigkeit nachgekippt und
b) die Ruhestätte für 10 Stunden Stand-By Betrieb gerichtet sowie
c) dringend diese eine Stelle da auf meinem Rücken gekratzt werden muss.
Und wenn irgendwie möglich möge soll ich dann dabei auch das Bewusstsein endlich für heute zum Schweigen bringen.
Körper schlägt vor, das Nervengift im gegorenen Traubensaft hierfür zur Anwendung zu bringen.
Welches er mir freundlicherweise beim letzten Einkauf in den Einkaufswagen gehieft hat. Zu der tiefgefrorerenen fettigen Pizza.
Muss jetzt aufhören.
Chef hats gesagt.
Glaube ich.
Ja, Sahib.
_____tüüüüü__________üüüüüüü________________üt.
Kein Anschluß unter dieser Nummer.
[klick]
Donnerstag, 16. September 2004
Private Hell, parte the seconde
Merken Sie sich die Überschrift, ich werde am Ende der Predigt noch einmal darauf zurück kommen...
Sneak Preview.
Der Initative meines guten, alten Sneakpreview-Partners Uwe folgend trafen wir uns heute bei mir, um nach einem kurzem Schnack an eine alte und ehrenwerte Tradition anzuknüpfen:
Der Besuch der Mittwochs-Sneak Preview in der Bremer Schauburg.
Bis vor einem Jahr waren wir dort sowas wie Stammgäste, freuten uns über Gratiskarten, Verlosungen und skurile Vorfilme, schlürften im Foyer teuer erworbenes Beck's und Afri Cola, lachten, weinten, lobten, fluchten, und manchmal schlief einer (hüstel) von uns sogar während der Vorstellung ein.
Nachdem ich meinen Gast zuhause erst fürstlich;) mit Leitungswasser (ja, ich habe heute tatsächlich meine Spendierhosen an...") bewirtet hatte, sind wir erstaunlicherweise nicht sehr lange bei mir geblieben und direkt zum Kino gedüst. Es gab dann (oh Freude) zur Abwechslung mal kein nervenzehrendes Herumkreisen durch das Einbahnstraßenvereuchte Viertel, sondern einen dicken, fetten Parkplatz in Kinonähe (gut!), schnell gefolgt von kaltem Bier (besser!) und meine erstes "Pay after view" Erlebnis (tröt!).
Pay after view
Hierbei (der Name verrät ja bereits alles) zahlt man erst nachdem man den Film gesehen hat. Und zwar soviel, wie einem das Filmerlebnis wert gewesen war. Mittelwert sollte so ca. 4 Euro sein.
Obwohl wir etwas spät dran waren (Frechheit ;) : seit ca. einem halben Jahr beginnt der Einlass offenbar bereits eine Viertelstunde früher) hatte der Film noch nicht begonnen (exzellent!). Kaum Platz genommen, ließ der Filmvorführer auch schon die Lichter erlöschen (oh Zauber, oh Hoffnung). Doch dann sahen wir
Saved!
Ein Machwerk der neueren Filmgeschichte:
Man nehme als Grundgerüst den wirklich guten Film Election,
vergesse dabei aber dessen Witz, betreibe Christenbashing, das einem Julius Streicher zur Ehre gereicht hätte und stopfe alle auftretenden Lücken mit dem typischen wie unerträglichen Teeniepfusch-Hollywood-Quark. Subzero. Wirklich übel.
Mein Fazit:
Damned!
Gut, dass ich die Getränke bezahlt hatte. Von mir hätte der Kollektensammler am Ende der Vorstellung nämlich sicher keine fünf Euro für zwei Personen erhalten. Nicht für so ein Machwerk, bei dem zu allem Überfluß auch noch zur Hälfte des Filmes der Ton auf ein unterirdisch blechernes Super8-Heimvideo Niveau absank.
Der Abend ging zum Teufel.
Womit ich dann wieder bei meiner heutigen Überschrift angekommen wäre.
Dienstag, 14. September 2004
Private Hell, parte the firste
Einige Werbetexter sollten sich überlegen, ob ihr superschlauer Aufruf
"Lerne die Regeln. Und brich Sie" im Zusammenhang mit Automobilwerbung nicht als Aufforderung zu Straftaten im Sinne der Straßenverkehrsordnung verstanden werden könnte.
"Verhaften Sie sie, Officer! Kaum hatte ich meine Führerscheinprüfung bestanden, da kamen auch schon diese selbstverliebten Texter aus dem Gebüsch gesprungen und versuchten mir Tempo 120 innerhalb geschlossener Ortschaften schmackhaft zu machen. Und das alleine mit einem lumpigen Strauß voll abgedroschener Phrasen. Also ehrlich, Herr Wachtmeister, sowas habe ich ja wohl noch gar nicht erlebt Ich glaub ich werd blond!"
Mein Groll der Woche an die olle Werbeagentur, die die aktuelle Kampagne der A-Klasse ausgebrütet und dann nicht online gestellt hat. Hab mir nen Wolf gesucht, um die beknackte Anzeige aus dem aktuellen Spiegel im Netz zu finden.
Nur um sie dann schließlich mit SO einem Hals in der Firma selber einzuscannen. Die doofe doppelseitige Anzeige. Und nix klappte beim anschließendem Versuch, mit einer Billig-Bildbearbeitungssoftware die zersäbelten Seiten wieder passgenau zusammenzusetzen. Gna!

Habt ihr jetzzzzt davon:

Sonntag, 12. September 2004
Noch was zum Schmunzeln
Aus dem Nähkästchen eines Versicherers...
Wären die Pythons noch aktiv -
dann sähe das Produkt ihrer Arbeit vermutlich so aus:
Saddam-Anhänger aus dem Nord-Irak.
Samstag, 11. September 2004
An all' die Heuchler da draussen
Der Mann hat ja sowas von Recht.
Memo: Noch öfter bei Broder nachschauen.
Al Gossarah
Mal wieder ein Tag voll allergischer Reaktion und donnernden Niesanfällen.
"Hadschi"!
(Ganz recht, der Claus hat seinen Karl May dereinst gelesen)
