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Samstag, 13. März 2004

Themenwechsel

and now to something completly different:

das ist jetzt nix für schwache Nerven hier (Sie wurden gewarnt!):

wahrscheinlich alt, aber...

... ich kannte es noch nicht.

Fies, fies.

Achja:

Entschuldigung.

Erschreckend | 21:23h | 0 Kommentare |comment

 

 

Rerun - and proud of it, too

Rerun
You are Rerun!

Which Peanuts Character are You?
brought to you by Quizilla

Von Svenk

Sie sind Lebowski. Ich bin der Claus, Dude. | 18:13h | 0 Kommentare |comment

 

 

Wochenende

Die Freiheit, dies zu tun oder das zu meiden
Telefongespräche
Das Kopfkissen zärtlich aufschütteln
Heidebrot aus der Küche statt Brötchen aus der Kälte
Frühlingsluft beim Ernten des Zeitungsbaums
Frühstückstee und FrühstücksDVD
MP3s entspannt löschen
Sportergebnisse verfolgen
Lecker Zeug im Kühlschrank
Und Wein.
Nicht weiter nachdenken.
Für einen guten Kampf jederzeit bereit.
Sollen nur kommen, sollen nur kommen.


"...I got a radical place
Got my own private space
It's my sanctuary
It's the castle of doom
I'm the king of my room
Just a Quasimodo
Let the world blow away
This is where I will stay
In my sanctuary
Got my mess on the floor
Got my lock on my door..."
(sanctuary/brutal planet/alice cooper)




Freud und Leid | 17:20h | 0 Kommentare |comment

 

 

Freitag, 12. März 2004

Ein (Höllen-) Kessel Buntes

Ich will meinen Lesern wirklich nicht das Wochenende versauen.
Nönönö.
Will nicht.
Klicken Sie JETZT weg.
Woanders hin.
Wo es schön ist.
Und aufs Wochenende einstimmt.
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Wer gleich noch da ist, hat selber schuld.

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Ok, Sie machen scheinbar die selben Fehler wie ich bereits vor Ihnen.
Sehr sympathisch.
:)
Die Hölle erwartete mitunter hier.



Etwas Wein(en) hilft.

Ehrlich.


Schönes Wochenende!
;)

edit: Wochenende vorbei, und der Link hat so seine Probleme.
Sicher scheint, dass strenge Sicherheitseinstellungen ein Abspielen verhinden.
Daher kurze Info: es geht/ging in dem Videoschnipsel um einen Ausschnitt der "dols 2004". Das ist das niederländische Pendant zu DSDS.
Die Holländer haben eine Handvoll Erstrundenausscheider zusammen in der Halbzeitpause eines Fussbalspiels in einem vollbestzten Stadion auftreten lassen. Brrrr.

Groessenwahn | 19:43h | 6 Kommentare |comment

 

 

Das Ende einer grossen Liebe


inspiriert durch lu

;) ;) :P ;)

Freud und Leid | 01:39h | 2 Kommentare |comment

 

 

Was ich heute sonst noch so bemerkte

Ich schlafe am liebsten auf der rechten Seite (nicht vom Bett, sondern vom Körper).

Wenn jemand die ersten Bruchstücke eines Satzes lauter auspricht als den Rest des Satzes sollte er Schaffner werden (DIE FAhrkarten, bitte), aber bitte auf gar keinen Fall direkt vor, neben oder hinter mir im selbern Zugabteil sitzen und angeregte Unterhaltungen führen.

Aufzugschilder, die einem die Bedienung einer Notruftaste erklären, dann aber die Nutzung der Notruftaste auf "berechtigte" Notrufe einschränken, lösen ungläubiges Erstaunen aus.

Der Sinn oder Unsinn eines Paketdienst-Abliefernachweises ist für einige Zeitgenossen nicht ohne Lehrgang erkennbar (WURDE DAS PAKET AUSGELIEFERT? ja. WOHER WISSEN SIE DAS? die paketschein-nr. steht auf der auslieferliste des paketdienstes. daneben hat der empfänger den erhalt der sendung mit der entsprechenden paketschein-nr. mit seiner unterschrift quitiert. STEHT AUF DER LISTE AUCH DRAUF, WAS IM PAKET ENTHALTEN WAR? #*§\'#!!! ja, sicher, alle 35 artikel wurden einzelnd aufgeführt und einzelnd vom empfänger quitiert. die umverpackung ist ohnehin grundsätzlich durchsichtig. dazu kommt, dass der paketdienstfahrer den empfänger gezwungen hat, mit seinem eigenem blut zu unterschreiben. nur mal so für den fall der fälle. und wir haben sein kind! also, wenn er den empfang der sendung jetzt tatsächlich noch bestreiten sollte, können wir gegenmaßnahmen ergreifen.)

Beobachtungen | 01:18h | 0 Kommentare |comment

 

 

Donnerstag, 11. März 2004

Fundstücke

I. Nach 10 Jahren immer noch aktuell
Inspiriert durch meinen gestrigen Beitrag habe ich eben meinen alten Bundeswehr-Ordner durchgeblättert.
Dabei fiel mir wieder der Brief meines kleinen Bruders in die Hände, den er Anfang Juli 1992 an mich geschrieben hatte.
Da ich noch auf meinen ersten Sold wartete, bat ich ihn zuvor in einem Brief um die Übersendung eines kleineren Geldbetrages. Wenn mich die Erinnerung nicht trügt, ging es so um die 20 Mark.
Wir hatten beide C.S.Lewis Dienstanweisungen für einen Unterteufel verschlungen, seit kurzem gemeinsam die erste eigene (teure) Wohnung gemietet und er war als frischgebackener Bank-Lehrling finanziell auch nicht auf Rosen gebettet:

"Mein lieber Wormwood!
Wie ich vom Oberkommando erfahren habe, hast Du in Deinem Patienten den Wunsch gehegt, seinen kleinen Bruder in den finanziellen Ruin zu treiben. Slumtrimpet, der den kleinen Bruder betreut, ist der Meinung, dass Du ihn dadurch sehr geholfen hast, in dem kleinen Wurm jegliche Art von Nächstenliebe für einige Stunden absterben zu lassen.
Aber mach jetzt in der Behandlung ja keine Fehler mehr (schlimm genug, dass Dein Patient noch Kirchen besucht). Du weißt, dass Du nur einen neuen Patienten bekommen hast, weil Glubose sich so für dich eingesetzt hat.
Treibe ihn auch weiterhin dazu an, alles Geld zu verprassen und flüstere ihn auch weiterhin ein, dass er wahnsinnig gerissen ist und immer Recht hat (schon bald wird der kleine Käfer hier unten braten!).
Ich hoffe, dass du an Slubgobs Seminar "Wein, Weib und Gesang - und ihre Chancen" recht bald teilnehmen wirst.
Doch mehr dazu in meinem nächsten Briefen.
Dein dich liebender Oheim
Screwtape
Screwtape"

Anzumerken wäre noch
-dass Wormwood das "wein, WEIB, gesang..."-Seminar verpasste, dann allerdings Unterschlupf im Intensivkurs "Wein und Bier- das nutzen wir" fand und das Folgesemester "Ein Narr und sein Geld sind schnell getrennt" sogar als Klassenprimus abschließen konnte;
-dass die neue Übersetzung der Screwtape Letters deutlich an Stil verloren hat
(vergleichbar mit dem Desaster um die neue Krege-Übersetzung vom "Herr der Ringe" )

II. Nach 10 Jahren hoffnungslos veraltet:

Gesehen bei heise.de.
"...Dies, meine lieben Pfadfinder, ist eure heutige Aufgabe:
Findet eine nutzvolle Funktion für dieses ("klapp") Ende eures Schweizer Messers.Wer zuerst herausbekommt, wofür - - -("plopp - zischhh") ah, sehr schön, ich sehe, dass der kleine Melvin es als erster erraten hat: Richtig, dieses goldbekronte Plastikteil ist ein Flaschenöffner, prima kombiniert, Melvin..."

edit: bin offensichtlich einer der letzten, der dieses Wunderwerk der Technik präsentiert. Spät, später, Trantüt-Claus...

Erinnerungen | 21:16h | 0 Kommentare |comment

 

 

Mittwoch, 10. März 2004

Immer am Mann

war ein geflügeltes Wort während meiner Bundewehrzeit.
Sollte ein Ausrüstungsgegenstand immer bei sich geführt werden, so schallte einem halt diese Phrase entgegen ("... und der Notizblock bleibt dabei immer am Mann!"). Tja, so waren wir, die harten Hunde aus den Geschäftszimmern. Das lautlose Töten mit dem Bleistift, sozusagen.

Habe ich hier bereits einmal erwähnt, dass ich täglich mit dem Zug zwischen Bremen und Hamburg pendel (des Broterwerbs wegen)?
Ja? Was, schon zu oft? Es reicht Ihnen jetzt langsam wirklich?
Ich soll meine WAS halten? Also sowas! Frechheit.
SIE haben es nicht anders gewollt. Dann zitiere ich hier halt nur noch Kindheitserinnerungen meiner Eltern:
"...Immer mit dem Bollerwagen!".
Nein, nein, Sch(m)erz beiseite. Ich will doch lieber kurz noch meine Geschichte zuende bringen.
In den neuen Personenzügen werden jetzt Sitze verbaut, die dem Kopf keine seitlichen Anlehnmöglichkeiten mehr bieten.
Will man etwas schlummern, muss man den Kopf starr nach hinten lehnen (unsicher und ungemütlich) oder sich einen Fenstersitzplatz suchen und den Kopf an die Scheibe stützen. Weder bequem noch nackenfreundlich.
Nachdem ich bereits oft darüber nachgedacht habe, war es dann heute endlich soweit:


Ich habe mir tatsächlich ein Kissen mitgenommen.
Der Schlafkomfort kannte sofort keine Grenzen mehr. Einfach wunderbar.
Ab sofort werde ich beim Pendeln immer ein kleines Kopfkissen mitführen, "immer am Mann".
Jetzt ist es für mich nämlich wirklich vorbei mit den Zeiten der "Bollerwagen" im Personennahverkehr.
Es brechen flauschige Zeiten an, Herrschaften! :o)

Wunderbar | 22:01h | 0 Kommentare |comment

 

 

Bitte nicht

Mir wird Angst und Bange wenn ich hier lese, dass Disney und der Regisseur von Shrek "meine" innig geliebten Narnia-Chronicles verfilmen werden.
Die von C.S. Lewis geschriebenen Fantasy-Geschichten leben doch vor allem von ihrem geistigen Gehalt. Und den seh ich bei diesen Partnern als erstes Opfer dem Massengeschmack geopfert.
Dann noch Aslan-Stofftiere, Turkish-Delight-Haribos und Bildzeitungshype a la Harry Potter. Und zum Schluss werden die bestimmt die Bücher bis zur Unkenntlichkeit überarbeitet "neu" auf den Markt bringen.

"Schlag die Glocke, ruf die Gefahr,
Oder schlag sie nicht, doch dann fürwahr
Wirst du dich bis zum Wahnsinn fragen
Was wär geschehn, hättest du die Glocke geschlagen"



dunkle Vorahnungen | 01:23h | 2 Kommentare |comment

 

 

Dienstag, 9. März 2004

Ein Anfang am Ende

Zur Zeit pendel ich immer noch (innerhalb der Firma) zwischen meiner alten Arbeitsstelle auf dem Land und meiner neuen Stelle in der Zentrale.
Heute wieder mal auf dem alten Platz gesessen. "Alte" Kollegen, alte Vorgesetzte, alte Vertrautheiten.
Der behagliche Stehplatz vor der Heizung am Fenster.
Walt Disney wäre neidisch auf diesen Platz gewesen: Piepmätze en masse, Kaninchen, Mäuse und Fasane, wenige Zentimeter entfernt hinter der Glasscheibe. Die Freundschaft des Tierreich hatte natürlich auch einen Preis. Vor diesem Fenster hieß die Währung dafür Vogelfutter.
Dem vorgesetzten Möchtegern-Komiker ("na, sind Sie gut zu Vögeln?") verzeiht man auf einer Abschiedtournee übrigens erstaunlich viel, entdeckt sogar wieder vermehrt die liebenswerten Kleinigkeiten / Eigenschaften dieses Menschen.
Nach Feierabend hatte ich noch genug Zeit, um bei einem langen, langsamen Spaziergang zum Bahnhof auf Schotterstraßen und durch Felder die Gedanken zu defragmentieren
Nur umschauen, atmen, treiben lassen. Wie in Kindheitstagen alle interessant aussehenden Fleckchen spontan ansteueren, begutachten, anfassen.
Heute habe ich also wieder altes neu entdeckt:
Routine. Stumpft. Mich. Ab. Nicht nur Arbeitsroutine, auch Verhaltensroutine und Betrachtungsroutine.
Es ist sehr bequem, das Denken, Fühlen und Empfinden auf einer bereits ausgefahrenen Murmelbahn den Wahrnehmungsberg herunterkullern zu lassen.
Keine Idee für einen Blog-Eintrag? Bring ein paar kluge Zitate von helleren Köpfen und sonne dich in ihrem Glanz, oder kopiere einen kryptischen Liedertext, suche den aktuellsten Nerd-Witz oder schrei die Welt an, dass du keine Idee hast, dass nichts passiert ist.
Ja, ist natürlich alles wahr, alles wirklich überlegt, und alles verworfen.
Ehrlich und authentisch schreiben. Schwer. Nicht unmöglich.
Dafür liebe ich meinen Blog. Er bringt MICH zum Nachdenken. Und das ist immerhin ein Anfang.
Und ein Blogbeitrag. :o)

Einsichten der Nacht | 23:39h | 0 Kommentare |comment

 

 

Montag, 8. März 2004

Plappern gehört zum Handwerk

Eben beim Bäcker:

Vor der Bäckerei:
Großer Aufsteller mit dem Angebot der Woche:
-->Das gute Heidebrot, nur 2,50 Euro, inklusive Geschirrtuch.<--

Claus betritt die Bäckerei.

Claus:
"Ich hätte gerne ein Heidebrot, geschnitten, bitte."

Verkäuferin 1
"Jaha, gerne"
(legt Brot und Geschirrhandtuch auf den Tresen)
"Macht zwei Euro fuffzig. Und hier haben Sie noch ein Geschirrtuch.
Damit können Sie jetzt Ihrer Frau beim Abwasch helfen."

Claus:
"Ah, natürlich, meiner Frau. Bekomme ich die hier auch als Gratisgeschenk?"

Verkäuferin 1:
"Keine Frau?"

Verkäuferin 2:
"Internet! Einfach mal anrufen und kennenlernen!"

Claus:
"Nein, lieber nicht. Sie haben schon mal jemanden übers Internet getroffen?"

Verkäuferin 1:
"Nein. Ich habe doch keinen Computer"

Claus:
(ringt sich ein gequäles, freundliches Lächeln ab)

Verkäuferin 2:
"Nein! Nicht übers Internet! Hab ich doch gelesen: Ham sich da zwei drüber verabredet und dann in einem Auto getroffen.
Beide tot. Ham sich gegenseitig umgebracht!"

Claus:
"Ah, Sie haben Internet?"

Verkäuferin 2
"Nein, ich weiss doch nicht, was man da tippen muss."

Claus
Bezahlt, wünscht beiden "Schönen Abend noch"
(geht im Geschnatter "...in der Zeitung gelesen!..." des weiblichen Verkaufspersonals unter),
nimmt das Brot und geht seines Weges...


Mhhm, wie war das?

"... Damit können Sie jetzt Ihrer Frau beim Abwasch helfen..."

Meiner Frau!

Gute Güte, wahrscheinlich beschwert Sie sich bereits seit Jahren bei Ihren Freundinnen & Eltern, dass ihr Mann niemals im Haushalt hilft, ein großer Schweiger ist und selbst zaghafteste Körperkontakte verweigert und sie keines Blickes würdigt.

Undankbares Wesen. Und ich Esel kaufe auch noch ein Brot mit Geschirrtuch während sie hinter meinem Rücken lästert.

Ich will die Scheidung!

Übers Internet!

Dann treffen wir uns vieleicht endlich mal!

Allerdings sicher nicht im Auto...
;)

Geschichten die das Leben schreibt | 21:12h | 10 Kommentare |comment

 

 

Sonntag, 7. März 2004

Viva Colognia!

Wie könnte ein Reisebericht besser beginnen als mit der Schilderung der Reisevorbereitungen?
Mangels besserer Ideen leg ich mal los:

Es war der Morgen des 06. März 2004, ein Tag, der den Bremer Bürgern einen leichten Schneefall und wirklich frostige Temperaturen bescheren sollte.
Nachdem mich mein innerer Wecker um 05:00 h in der Früh das erste Mal aus dem Reich der Träume zerrte, wurde dies vom Verstand durchaus wohlwollend zur Kenntnis genommen. Schade nur, dass der Körper diesen Umstand nicht entsprechend zu würdigen wußte und mit Knurrgeräuschen, Umdrehen, Neueinkuscheln und sofortigem Start der Wiedereinschlafphase den inneren Wecker an die innere Wand werfen konnte..

Stunden später durfte ich dann allerdings doch noch aufstehen und die nächsten Schritte des mittlerweile fortgeschrittenen Tages planen:
Für ein gepflegte Frühstück fehlten Brötchen und Milch, für eine angstfreie Fahrt nach Köln eine gültige Fahrkarte und für ein Buch-Geschenk Schokolade.

Nachdem Verstand & Körper sich kurzfristig in Diskussionen um die besten Brötchenbäcker, den geschicktesten Fahrradrouten und dem immer wiederkehrendem Argument, dass es draussen "zu kalt wäre, um das Haus überhaupt verlassen zu können" aufrieben, einigten sich beide Seiten auf den Kompromiss, mit einer kurzen Katzenwäsche zu beginnen und alles weiteres aus dem Bauch heraus zu entscheiden.

Mehr oder weiniger gepflegt ergatterte dann der Punkt "Schokolade kaufen" den Top-Platz auf der "to-do"-Liste. Wenn der Bauch halt mal entscheiden darf...

Frage:
Gibt es etwas entzückenderes
als Schokoladenläden,
als Schokoladenläden in urgemütlichen uralten Häusern,
als Schokoladenläden im Winter,
als Schokoladenläden betreten mit einem gut gefüllten Geldbeutel,
als ein Rucksack gefüllt mit frischer Schokolade (aus dem Schokoladenladen im urgemütlichen mittelalterlichen Haus) im eiskalten Winterwind nach Hause zu fahren?

Oh ja, es gibt!
Zusätzlich bereits Brötchen & Milch fürs 14:00 Uhr-Frühstück im Säckerl zu haben. :o)

Das Frühstück verlief erwartungsgemäß lecker und entspannt. Der Schock, dass die geliebte Nektarinen-Marmelade schlecht geworden war ("I hope you and Jesus have it all worked out: Niemand lässt Don Nectarino 2 Wochen ungestraft auf der Fensterbank liegen!"), trübte das Frühstücksvergnügen dabei nur kurzfristig.

Schließlich, nach der finalen Einpack-, Wirklichgründlichwasch- und Anziehsession, ging es zügigen Schrittes zum Bahnhof. Am Gleis stand ein ICE. Schöne Überraschung, war mir doch tatsächlich durch die Lappen gegangen, dass ich eine Fahrt im Vorzeigeprodukt der deutschen Bahnindustrie gebucht hatte. Yeah!

Zwei Stunden später fühlte ich mich innerlich genötigt, die sanitären Installationen dieses Hightech-Wunders mal gründlich auszutesten. Und wow, diese ICE-Toiletten sind ja wirklich fortschrittlich. Ich war ehrlich tief beindruckt. Keine Fußpedale mehr, um Abfluss oder Frischwasserquelle zu öffnen. ALLES nur per Knopfdruck. Für die Klobrillen gibt sogar es Einwegüberzüge.
Und als Krönung einen Aufkleber, der den Gast in vier Sprachen auffordert, diesen Lokus bitte so zu verlassen, wie man ihn selber immer gerne vorfinden möchte. Hört, hört --- Hört, hört.
Die Spülung dann: fantastisch. Kurzes Gurgelgeräusch, und wie durch ein Wunder wird der Schüsselinhalt durch eine winzige Öffnung ge- ähh, mhh, also, ZISCHT? Unterdruck oder kleiner hilfreicher Kobold inside. Ob die Bahner das aus der Raumfahrt übernommen haben? Plötzlich sehe ich jede Milliarde der vereinigten Weltraumprogramme sinnvoll investiert. Wir haben also doch alle etwas für unser Geld erhalten. Erhalten, dieses blumige Wort. Mehr dazu später.

Endlich Einfahrt in den Kölner Hbf, der den Bremer Gast wie in falsch verstandener Gastfreundschaft mit typisch Bremer Schmuddelwetter empfängt. Die Schnee/Regengrenze hatte ich offensichtlich kurz hinter Münster passiert.

Wackeren Schrittes marschierte ich durch den Bahnhof. Zauberland will beim Durchschreiten aufmerksam beobachtet werden: Ein Klamottenladen (das sich sowas hält: nicht wirklich vorstellbar), ein Teddybär-Geschäft (wirklich süß, hach) und, sapperlot!, ein Bremer Teeladen. Wenn das kein Anfang ist!

Beim Verlassen der Bahnhofshalle Überraschung 1/4: Der Kölner Dom liegt direkt am Bahnhof. Das nenn ich mal eine auf Tourismus ausgelegte Stadtplanung. Da ich keine Lust auf U-Bahnfahrt hatte und Taxen selten aus reiner Nettigkeit Personenverkehr durchführen, starte ich die Suche nach dem nächsten Geldautomaten. Was mich zu Überraschung 2/4 führte. Fünf Meter links neben dem Haupteingang des Kölner Hbf sehe ich an einer Wand die Reklameschrift der Reisebank. Davor drei Männer, eng an eng, mir den Rücken zugekehrt. Da steht der Geldautomat, denke ich mir.
Einen Schritt näher sehe ich mich aufs Erschreckenste wiederlegt. FÜNF Meter neben dem Haupteingang (würg). "Das gibt es wohl nur Köln" denke ich, während ich zügigen Schrittes versuche, mehr Meter zwischen mich und den drei Urinstrahlern zu gewinnen.
Überaschung 3/4 fängt mein Blick beim weiteren Abscannen der Umgebung ein. Nein, da war immer noch kein Geldautomat in Sicht. Aber knapp unter dem Kölner Dom erblicke ich einen Werbebanner, auf dem ich irgendwas wie "Jesus lebt!" steht. Interessant genug, sich der Geschichte mal zu näheren.
Läuft hier momentan ein Big Tent Revival? Eine positve Veranstaltung voll Leben und Liebe?
"Plopp" zerplatzt auch diese Illusion. "Jesus lebt", soweit so gut. Das folgenden "Lies die Bibel und leb danach" vervollständigte mein Geist selbstständig um den Anhang "...und zwar genauso streng wie wir, so, und jetzt halt die Klappe, Sünder".
Sehr ernüchternd. Nicht ganz falsch, aber meine Güte. Klingt so selbstgerecht und überstülpend.
Überraschung 4/4 dann erneut säkularer, profaner Art. Nachdem ich tatsächlich noch eine Möglichkeit zum Geldzapfen gefunden hatte, wollte der Taxifahrer nämlich ernsthaft von MIR wissen, wie er den Weg zu meiner Zieladresse finden könnte. Warum bekomme immer ich diese Laien? Grumpf. Warum erhalte ich solche Fragen immer erst ca. 500 m NACHDEM die Fahrt begonnen hat? Und wie hat dieser Mann bloß einen Taxischein erhalten? Chinesisch essen gegangen und den richtigen Glückskeks geöffnet?

Irgendwann beginnt dann trotzdem eine Nacht gefüllt mit Kaffee, Chili, "Früh" (hicks) und 'nem exquisiten Stückchen Schokolade. Es ist eine dieser Nächte, in denen interessante, herzliche & lustige Menschen dem Konzept Zeit ein Schnippchen schlagen. Was sind sechs Stunden, deren Ablauf man nicht spürt? Gestohlen? Keine Ahnung. Jedenfall bin ich auf einer Welle vor dem Zeitgefühl gesurft, die mich bis zu meinem Aufbruch 'gen Bremen getragen hat.

Die Aussicht auf eine Nacht im eigenen Bett rief mich dann allerdings wie bereits angedeutet doch mit Macht von der Welle, zum Aufbruch, nach Hause.
Obwohl ich mich ein "wenig" spät meldete (hüstel), wurde ich noch in einer rekordverdächtigen Fahrt zum Bahnhof gebracht. Am Ende besaß ich sogar ein Zeitpolster von nahezu 5 Minuten.
DANKE! Ihr Zwei solltet mal ernsthaft prüfen, ob ihr nicht noch eine späte Karriere als Rally-Team startet... :o)

Nun stehe ich also völlig entspannt am richtigen Gleis zur perfekten Zeit im Kölner Hbf.
Gevatter Zeit, dem die kleinen Betrügereien dieser Nacht (Verlust des Zeigefühls / Blitzfahrt zum Bhf) sichtlich übel aufgestossen sind, wird plötzlich nachtragend und lässt sich tückisch lachend zurück ins Spiel einwechseln.
Für meinen Zug werden erst 10, dann 20 Minuten Verspätung blechern duch die Lautsprecher angesagt. Diese häppchenweise verkündete Verspätung war natürlich Teil von Gevatters grimmigen Racheplan.
Ca. 10 Minuten sind einfach zu ungewiss, um sich im Bahnhofsbereich auf Toilettensuche zu begeben. 20 Minuten sind kein Hindernis, aber 2 x 10 sind tückisch. Also tröstet man sich also mit "naja, nur 10 Minuten" während irgenwo in der Nähe LAUT PLÄTSCHERND Regenwasser eine Rinne herabstürzt Nach der anschließenden Durchsagen ("...quäkquäckquäck verschiebt sich von 10 auf mittlerweile 15 - 20 Minuten Verspätung...") ergiebt man sich somit notgedrungen für weitere 10 Minuten in andächtige Meditation über die sprudelnde Kraft endloser Wassermengen.

Zuletzt fährt der IC aber doch noch in Köln Hbf, Gleis 2, ein, und rollt nach kurzer Verschnaufpause ratternd dem Verlauf der Schienen und Schwellen folgend Richtung Norden.

Hier könnte der kleine Reisebericht friedlich mit dem Satz enden, dass ich zu Hause ankam, nach einer heissen Dusche ins Bett hüpfte und friedlich ins Land der Träume entfleuchte.

Könnte. Hätte. Würde.

Die Würde des Menschen ist unantastbar, heißt es ja so schön und richtig.
Schnöde Theorie! Auf, Töchter, helft mir klagen. Jammer.

Spulen wir die Geschichte nochmal kurz zurück.

Gevatter Zeit war nämlich leider längst noch nicht fertig mit mir (verzweifeltes Lachen an der Tastatur).

Köln Hbf, Gleis 2, Claus sitzt im Zug, der IC rollt an, ratternd den Verlauf der Schienen und blablabla. Scheiß Eisenbahnromantik.
Zurück zu mir. Zum Erzähler. Zum Ich.
Ich hatte schnell ein Platz und gefunden, die kurze "Ableg- und-Einnist-Phase" hintermich gebracht und AUF! zum nächsten WC getaumelt.
Tappeditapp.
Die Gute Nachricht: der IC besaß das gleiche HighTech Equipment wie der ICE.
Die schlechte Nachricht: der letzte "Gast" hatte den Raum leider, leider, (seufz) leider nicht so verlassen, wie ich ihn gerne vorgefunden hätte. Leider.
Das Becken war ca. 10 cm hoch mit "Flüssigkeit, gelb", gefüllt. Ngnnnn. Nnn! Tröt.
Missbilligend werfe ich einen Blick auf die Reste dieses anonymen Ekels und drücke den "WC"-Knopf.
Ausser einem gurgelndem Geräusch passiert NICHTS. Ich will just anfangen, mein Urteil über den Vorbenutzer zu revidieren ("diese Toilette ist offensichtlich einfach kaputt") und erneut den Knopf drücken, da öffnet sich die kleine Luke am Grund des Beckens doch noch. Nur schien der Absaug-Mechanismus gestört.
Der Beckeninhalt wurde nämlich (Island läßt grüßen) plötzlich geysirartig nach oben gesprüht und erst danach vollständig durch die winzige Öffnung am Grund der Toilette gesaugt.
Sagte ich vollständig? Bis auf die Tropfen in meinen Gesicht, natürlich (Wange, Lippe).
---
Wenn Sie mich entschuldigen wollen - ich verspüre plötzlich wieder das Verlangen nach einer heißen, ausufernden Dusche...

Ein Reisebericht | 19:12h | 9 Kommentare |comment