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Mittwoch, 10. März 2004

Immer am Mann

war ein geflügeltes Wort während meiner Bundewehrzeit.
Sollte ein Ausrüstungsgegenstand immer bei sich geführt werden, so schallte einem halt diese Phrase entgegen ("... und der Notizblock bleibt dabei immer am Mann!"). Tja, so waren wir, die harten Hunde aus den Geschäftszimmern. Das lautlose Töten mit dem Bleistift, sozusagen.

Habe ich hier bereits einmal erwähnt, dass ich täglich mit dem Zug zwischen Bremen und Hamburg pendel (des Broterwerbs wegen)?
Ja? Was, schon zu oft? Es reicht Ihnen jetzt langsam wirklich?
Ich soll meine WAS halten? Also sowas! Frechheit.
SIE haben es nicht anders gewollt. Dann zitiere ich hier halt nur noch Kindheitserinnerungen meiner Eltern:
"...Immer mit dem Bollerwagen!".
Nein, nein, Sch(m)erz beiseite. Ich will doch lieber kurz noch meine Geschichte zuende bringen.
In den neuen Personenzügen werden jetzt Sitze verbaut, die dem Kopf keine seitlichen Anlehnmöglichkeiten mehr bieten.
Will man etwas schlummern, muss man den Kopf starr nach hinten lehnen (unsicher und ungemütlich) oder sich einen Fenstersitzplatz suchen und den Kopf an die Scheibe stützen. Weder bequem noch nackenfreundlich.
Nachdem ich bereits oft darüber nachgedacht habe, war es dann heute endlich soweit:


Ich habe mir tatsächlich ein Kissen mitgenommen.
Der Schlafkomfort kannte sofort keine Grenzen mehr. Einfach wunderbar.
Ab sofort werde ich beim Pendeln immer ein kleines Kopfkissen mitführen, "immer am Mann".
Jetzt ist es für mich nämlich wirklich vorbei mit den Zeiten der "Bollerwagen" im Personennahverkehr.
Es brechen flauschige Zeiten an, Herrschaften! :o)

Wunderbar | 22:01h | 0 Kommentare |comment

 

 

Bitte nicht

Mir wird Angst und Bange wenn ich hier lese, dass Disney und der Regisseur von Shrek "meine" innig geliebten Narnia-Chronicles verfilmen werden.
Die von C.S. Lewis geschriebenen Fantasy-Geschichten leben doch vor allem von ihrem geistigen Gehalt. Und den seh ich bei diesen Partnern als erstes Opfer dem Massengeschmack geopfert.
Dann noch Aslan-Stofftiere, Turkish-Delight-Haribos und Bildzeitungshype a la Harry Potter. Und zum Schluss werden die bestimmt die Bücher bis zur Unkenntlichkeit überarbeitet "neu" auf den Markt bringen.

"Schlag die Glocke, ruf die Gefahr,
Oder schlag sie nicht, doch dann fürwahr
Wirst du dich bis zum Wahnsinn fragen
Was wär geschehn, hättest du die Glocke geschlagen"



dunkle Vorahnungen | 01:23h | 2 Kommentare |comment

 

 

Dienstag, 9. März 2004

Ein Anfang am Ende

Zur Zeit pendel ich immer noch (innerhalb der Firma) zwischen meiner alten Arbeitsstelle auf dem Land und meiner neuen Stelle in der Zentrale.
Heute wieder mal auf dem alten Platz gesessen. "Alte" Kollegen, alte Vorgesetzte, alte Vertrautheiten.
Der behagliche Stehplatz vor der Heizung am Fenster.
Walt Disney wäre neidisch auf diesen Platz gewesen: Piepmätze en masse, Kaninchen, Mäuse und Fasane, wenige Zentimeter entfernt hinter der Glasscheibe. Die Freundschaft des Tierreich hatte natürlich auch einen Preis. Vor diesem Fenster hieß die Währung dafür Vogelfutter.
Dem vorgesetzten Möchtegern-Komiker ("na, sind Sie gut zu Vögeln?") verzeiht man auf einer Abschiedtournee übrigens erstaunlich viel, entdeckt sogar wieder vermehrt die liebenswerten Kleinigkeiten / Eigenschaften dieses Menschen.
Nach Feierabend hatte ich noch genug Zeit, um bei einem langen, langsamen Spaziergang zum Bahnhof auf Schotterstraßen und durch Felder die Gedanken zu defragmentieren
Nur umschauen, atmen, treiben lassen. Wie in Kindheitstagen alle interessant aussehenden Fleckchen spontan ansteueren, begutachten, anfassen.
Heute habe ich also wieder altes neu entdeckt:
Routine. Stumpft. Mich. Ab. Nicht nur Arbeitsroutine, auch Verhaltensroutine und Betrachtungsroutine.
Es ist sehr bequem, das Denken, Fühlen und Empfinden auf einer bereits ausgefahrenen Murmelbahn den Wahrnehmungsberg herunterkullern zu lassen.
Keine Idee für einen Blog-Eintrag? Bring ein paar kluge Zitate von helleren Köpfen und sonne dich in ihrem Glanz, oder kopiere einen kryptischen Liedertext, suche den aktuellsten Nerd-Witz oder schrei die Welt an, dass du keine Idee hast, dass nichts passiert ist.
Ja, ist natürlich alles wahr, alles wirklich überlegt, und alles verworfen.
Ehrlich und authentisch schreiben. Schwer. Nicht unmöglich.
Dafür liebe ich meinen Blog. Er bringt MICH zum Nachdenken. Und das ist immerhin ein Anfang.
Und ein Blogbeitrag. :o)

Einsichten der Nacht | 23:39h | 0 Kommentare |comment

 

 

Montag, 8. März 2004

Plappern gehört zum Handwerk

Eben beim Bäcker:

Vor der Bäckerei:
Großer Aufsteller mit dem Angebot der Woche:
-->Das gute Heidebrot, nur 2,50 Euro, inklusive Geschirrtuch.<--

Claus betritt die Bäckerei.

Claus:
"Ich hätte gerne ein Heidebrot, geschnitten, bitte."

Verkäuferin 1
"Jaha, gerne"
(legt Brot und Geschirrhandtuch auf den Tresen)
"Macht zwei Euro fuffzig. Und hier haben Sie noch ein Geschirrtuch.
Damit können Sie jetzt Ihrer Frau beim Abwasch helfen."

Claus:
"Ah, natürlich, meiner Frau. Bekomme ich die hier auch als Gratisgeschenk?"

Verkäuferin 1:
"Keine Frau?"

Verkäuferin 2:
"Internet! Einfach mal anrufen und kennenlernen!"

Claus:
"Nein, lieber nicht. Sie haben schon mal jemanden übers Internet getroffen?"

Verkäuferin 1:
"Nein. Ich habe doch keinen Computer"

Claus:
(ringt sich ein gequäles, freundliches Lächeln ab)

Verkäuferin 2:
"Nein! Nicht übers Internet! Hab ich doch gelesen: Ham sich da zwei drüber verabredet und dann in einem Auto getroffen.
Beide tot. Ham sich gegenseitig umgebracht!"

Claus:
"Ah, Sie haben Internet?"

Verkäuferin 2
"Nein, ich weiss doch nicht, was man da tippen muss."

Claus
Bezahlt, wünscht beiden "Schönen Abend noch"
(geht im Geschnatter "...in der Zeitung gelesen!..." des weiblichen Verkaufspersonals unter),
nimmt das Brot und geht seines Weges...


Mhhm, wie war das?

"... Damit können Sie jetzt Ihrer Frau beim Abwasch helfen..."

Meiner Frau!

Gute Güte, wahrscheinlich beschwert Sie sich bereits seit Jahren bei Ihren Freundinnen & Eltern, dass ihr Mann niemals im Haushalt hilft, ein großer Schweiger ist und selbst zaghafteste Körperkontakte verweigert und sie keines Blickes würdigt.

Undankbares Wesen. Und ich Esel kaufe auch noch ein Brot mit Geschirrtuch während sie hinter meinem Rücken lästert.

Ich will die Scheidung!

Übers Internet!

Dann treffen wir uns vieleicht endlich mal!

Allerdings sicher nicht im Auto...
;)

Geschichten die das Leben schreibt | 21:12h | 10 Kommentare |comment

 

 

Sonntag, 7. März 2004

Viva Colognia!

Wie könnte ein Reisebericht besser beginnen als mit der Schilderung der Reisevorbereitungen?
Mangels besserer Ideen leg ich mal los:

Es war der Morgen des 06. März 2004, ein Tag, der den Bremer Bürgern einen leichten Schneefall und wirklich frostige Temperaturen bescheren sollte.
Nachdem mich mein innerer Wecker um 05:00 h in der Früh das erste Mal aus dem Reich der Träume zerrte, wurde dies vom Verstand durchaus wohlwollend zur Kenntnis genommen. Schade nur, dass der Körper diesen Umstand nicht entsprechend zu würdigen wußte und mit Knurrgeräuschen, Umdrehen, Neueinkuscheln und sofortigem Start der Wiedereinschlafphase den inneren Wecker an die innere Wand werfen konnte..

Stunden später durfte ich dann allerdings doch noch aufstehen und die nächsten Schritte des mittlerweile fortgeschrittenen Tages planen:
Für ein gepflegte Frühstück fehlten Brötchen und Milch, für eine angstfreie Fahrt nach Köln eine gültige Fahrkarte und für ein Buch-Geschenk Schokolade.

Nachdem Verstand & Körper sich kurzfristig in Diskussionen um die besten Brötchenbäcker, den geschicktesten Fahrradrouten und dem immer wiederkehrendem Argument, dass es draussen "zu kalt wäre, um das Haus überhaupt verlassen zu können" aufrieben, einigten sich beide Seiten auf den Kompromiss, mit einer kurzen Katzenwäsche zu beginnen und alles weiteres aus dem Bauch heraus zu entscheiden.

Mehr oder weiniger gepflegt ergatterte dann der Punkt "Schokolade kaufen" den Top-Platz auf der "to-do"-Liste. Wenn der Bauch halt mal entscheiden darf...

Frage:
Gibt es etwas entzückenderes
als Schokoladenläden,
als Schokoladenläden in urgemütlichen uralten Häusern,
als Schokoladenläden im Winter,
als Schokoladenläden betreten mit einem gut gefüllten Geldbeutel,
als ein Rucksack gefüllt mit frischer Schokolade (aus dem Schokoladenladen im urgemütlichen mittelalterlichen Haus) im eiskalten Winterwind nach Hause zu fahren?

Oh ja, es gibt!
Zusätzlich bereits Brötchen & Milch fürs 14:00 Uhr-Frühstück im Säckerl zu haben. :o)

Das Frühstück verlief erwartungsgemäß lecker und entspannt. Der Schock, dass die geliebte Nektarinen-Marmelade schlecht geworden war ("I hope you and Jesus have it all worked out: Niemand lässt Don Nectarino 2 Wochen ungestraft auf der Fensterbank liegen!"), trübte das Frühstücksvergnügen dabei nur kurzfristig.

Schließlich, nach der finalen Einpack-, Wirklichgründlichwasch- und Anziehsession, ging es zügigen Schrittes zum Bahnhof. Am Gleis stand ein ICE. Schöne Überraschung, war mir doch tatsächlich durch die Lappen gegangen, dass ich eine Fahrt im Vorzeigeprodukt der deutschen Bahnindustrie gebucht hatte. Yeah!

Zwei Stunden später fühlte ich mich innerlich genötigt, die sanitären Installationen dieses Hightech-Wunders mal gründlich auszutesten. Und wow, diese ICE-Toiletten sind ja wirklich fortschrittlich. Ich war ehrlich tief beindruckt. Keine Fußpedale mehr, um Abfluss oder Frischwasserquelle zu öffnen. ALLES nur per Knopfdruck. Für die Klobrillen gibt sogar es Einwegüberzüge.
Und als Krönung einen Aufkleber, der den Gast in vier Sprachen auffordert, diesen Lokus bitte so zu verlassen, wie man ihn selber immer gerne vorfinden möchte. Hört, hört --- Hört, hört.
Die Spülung dann: fantastisch. Kurzes Gurgelgeräusch, und wie durch ein Wunder wird der Schüsselinhalt durch eine winzige Öffnung ge- ähh, mhh, also, ZISCHT? Unterdruck oder kleiner hilfreicher Kobold inside. Ob die Bahner das aus der Raumfahrt übernommen haben? Plötzlich sehe ich jede Milliarde der vereinigten Weltraumprogramme sinnvoll investiert. Wir haben also doch alle etwas für unser Geld erhalten. Erhalten, dieses blumige Wort. Mehr dazu später.

Endlich Einfahrt in den Kölner Hbf, der den Bremer Gast wie in falsch verstandener Gastfreundschaft mit typisch Bremer Schmuddelwetter empfängt. Die Schnee/Regengrenze hatte ich offensichtlich kurz hinter Münster passiert.

Wackeren Schrittes marschierte ich durch den Bahnhof. Zauberland will beim Durchschreiten aufmerksam beobachtet werden: Ein Klamottenladen (das sich sowas hält: nicht wirklich vorstellbar), ein Teddybär-Geschäft (wirklich süß, hach) und, sapperlot!, ein Bremer Teeladen. Wenn das kein Anfang ist!

Beim Verlassen der Bahnhofshalle Überraschung 1/4: Der Kölner Dom liegt direkt am Bahnhof. Das nenn ich mal eine auf Tourismus ausgelegte Stadtplanung. Da ich keine Lust auf U-Bahnfahrt hatte und Taxen selten aus reiner Nettigkeit Personenverkehr durchführen, starte ich die Suche nach dem nächsten Geldautomaten. Was mich zu Überraschung 2/4 führte. Fünf Meter links neben dem Haupteingang des Kölner Hbf sehe ich an einer Wand die Reklameschrift der Reisebank. Davor drei Männer, eng an eng, mir den Rücken zugekehrt. Da steht der Geldautomat, denke ich mir.
Einen Schritt näher sehe ich mich aufs Erschreckenste wiederlegt. FÜNF Meter neben dem Haupteingang (würg). "Das gibt es wohl nur Köln" denke ich, während ich zügigen Schrittes versuche, mehr Meter zwischen mich und den drei Urinstrahlern zu gewinnen.
Überaschung 3/4 fängt mein Blick beim weiteren Abscannen der Umgebung ein. Nein, da war immer noch kein Geldautomat in Sicht. Aber knapp unter dem Kölner Dom erblicke ich einen Werbebanner, auf dem ich irgendwas wie "Jesus lebt!" steht. Interessant genug, sich der Geschichte mal zu näheren.
Läuft hier momentan ein Big Tent Revival? Eine positve Veranstaltung voll Leben und Liebe?
"Plopp" zerplatzt auch diese Illusion. "Jesus lebt", soweit so gut. Das folgenden "Lies die Bibel und leb danach" vervollständigte mein Geist selbstständig um den Anhang "...und zwar genauso streng wie wir, so, und jetzt halt die Klappe, Sünder".
Sehr ernüchternd. Nicht ganz falsch, aber meine Güte. Klingt so selbstgerecht und überstülpend.
Überraschung 4/4 dann erneut säkularer, profaner Art. Nachdem ich tatsächlich noch eine Möglichkeit zum Geldzapfen gefunden hatte, wollte der Taxifahrer nämlich ernsthaft von MIR wissen, wie er den Weg zu meiner Zieladresse finden könnte. Warum bekomme immer ich diese Laien? Grumpf. Warum erhalte ich solche Fragen immer erst ca. 500 m NACHDEM die Fahrt begonnen hat? Und wie hat dieser Mann bloß einen Taxischein erhalten? Chinesisch essen gegangen und den richtigen Glückskeks geöffnet?

Irgendwann beginnt dann trotzdem eine Nacht gefüllt mit Kaffee, Chili, "Früh" (hicks) und 'nem exquisiten Stückchen Schokolade. Es ist eine dieser Nächte, in denen interessante, herzliche & lustige Menschen dem Konzept Zeit ein Schnippchen schlagen. Was sind sechs Stunden, deren Ablauf man nicht spürt? Gestohlen? Keine Ahnung. Jedenfall bin ich auf einer Welle vor dem Zeitgefühl gesurft, die mich bis zu meinem Aufbruch 'gen Bremen getragen hat.

Die Aussicht auf eine Nacht im eigenen Bett rief mich dann allerdings wie bereits angedeutet doch mit Macht von der Welle, zum Aufbruch, nach Hause.
Obwohl ich mich ein "wenig" spät meldete (hüstel), wurde ich noch in einer rekordverdächtigen Fahrt zum Bahnhof gebracht. Am Ende besaß ich sogar ein Zeitpolster von nahezu 5 Minuten.
DANKE! Ihr Zwei solltet mal ernsthaft prüfen, ob ihr nicht noch eine späte Karriere als Rally-Team startet... :o)

Nun stehe ich also völlig entspannt am richtigen Gleis zur perfekten Zeit im Kölner Hbf.
Gevatter Zeit, dem die kleinen Betrügereien dieser Nacht (Verlust des Zeigefühls / Blitzfahrt zum Bhf) sichtlich übel aufgestossen sind, wird plötzlich nachtragend und lässt sich tückisch lachend zurück ins Spiel einwechseln.
Für meinen Zug werden erst 10, dann 20 Minuten Verspätung blechern duch die Lautsprecher angesagt. Diese häppchenweise verkündete Verspätung war natürlich Teil von Gevatters grimmigen Racheplan.
Ca. 10 Minuten sind einfach zu ungewiss, um sich im Bahnhofsbereich auf Toilettensuche zu begeben. 20 Minuten sind kein Hindernis, aber 2 x 10 sind tückisch. Also tröstet man sich also mit "naja, nur 10 Minuten" während irgenwo in der Nähe LAUT PLÄTSCHERND Regenwasser eine Rinne herabstürzt Nach der anschließenden Durchsagen ("...quäkquäckquäck verschiebt sich von 10 auf mittlerweile 15 - 20 Minuten Verspätung...") ergiebt man sich somit notgedrungen für weitere 10 Minuten in andächtige Meditation über die sprudelnde Kraft endloser Wassermengen.

Zuletzt fährt der IC aber doch noch in Köln Hbf, Gleis 2, ein, und rollt nach kurzer Verschnaufpause ratternd dem Verlauf der Schienen und Schwellen folgend Richtung Norden.

Hier könnte der kleine Reisebericht friedlich mit dem Satz enden, dass ich zu Hause ankam, nach einer heissen Dusche ins Bett hüpfte und friedlich ins Land der Träume entfleuchte.

Könnte. Hätte. Würde.

Die Würde des Menschen ist unantastbar, heißt es ja so schön und richtig.
Schnöde Theorie! Auf, Töchter, helft mir klagen. Jammer.

Spulen wir die Geschichte nochmal kurz zurück.

Gevatter Zeit war nämlich leider längst noch nicht fertig mit mir (verzweifeltes Lachen an der Tastatur).

Köln Hbf, Gleis 2, Claus sitzt im Zug, der IC rollt an, ratternd den Verlauf der Schienen und blablabla. Scheiß Eisenbahnromantik.
Zurück zu mir. Zum Erzähler. Zum Ich.
Ich hatte schnell ein Platz und gefunden, die kurze "Ableg- und-Einnist-Phase" hintermich gebracht und AUF! zum nächsten WC getaumelt.
Tappeditapp.
Die Gute Nachricht: der IC besaß das gleiche HighTech Equipment wie der ICE.
Die schlechte Nachricht: der letzte "Gast" hatte den Raum leider, leider, (seufz) leider nicht so verlassen, wie ich ihn gerne vorgefunden hätte. Leider.
Das Becken war ca. 10 cm hoch mit "Flüssigkeit, gelb", gefüllt. Ngnnnn. Nnn! Tröt.
Missbilligend werfe ich einen Blick auf die Reste dieses anonymen Ekels und drücke den "WC"-Knopf.
Ausser einem gurgelndem Geräusch passiert NICHTS. Ich will just anfangen, mein Urteil über den Vorbenutzer zu revidieren ("diese Toilette ist offensichtlich einfach kaputt") und erneut den Knopf drücken, da öffnet sich die kleine Luke am Grund des Beckens doch noch. Nur schien der Absaug-Mechanismus gestört.
Der Beckeninhalt wurde nämlich (Island läßt grüßen) plötzlich geysirartig nach oben gesprüht und erst danach vollständig durch die winzige Öffnung am Grund der Toilette gesaugt.
Sagte ich vollständig? Bis auf die Tropfen in meinen Gesicht, natürlich (Wange, Lippe).
---
Wenn Sie mich entschuldigen wollen - ich verspüre plötzlich wieder das Verlangen nach einer heißen, ausufernden Dusche...

Ein Reisebericht | 19:12h | 9 Kommentare |comment

 

 

Samstag, 6. März 2004

Muss ich mir merken




genervt und ungerecht | 16:31h | 0 Kommentare |comment

 

 

Samstag, 6. März 2004

Top 5: 05.03.04

Top Five 05.03.04
Music:
1. Lordian Guard - Sinners In The Hand Of An Angry God
2. Saviour Machine - Saviour Machine
3. Kemper Crabb - Live At Rivendell Cafe
4. Rich Mullins - Songs
5. Jeff Johnson & Brian Dunning - The Dream of Talisien

Books:
1. Bible - Various Artists
2. Byzantium - Stephen Lawhead
3. Screwtape Letters - C.S.Lewis
4. Lord Of The Rings - J.R.R. Tolkien
5. At The Back Of The Northwind - George MacDonnald

Movies
1. Love And Death
2. LotR: FotR / TTT / RotK
3. The Straight Story
4. The Bridges Of Madison County
5. The Thin Red Line

Urlaubsorte
1. Freiburg (Breisgau) / Titisee (Neustadt)
2. London
3. Bordeaux
4. Wangerooge
5. Wuppertal / Ennepetal

Computersysteme (verbunden mit dem Glücksgefühl über die damals vorhandene Software)
1. C 64
2. 486/33 mhz
3. Amiga
4. AMD 2 Ghz
5. Atari STFM

Wunderbar | 00:03h | 0 Kommentare |comment

 

 

Gluckugluckuglugg

05:45:00 h: aufstehen und wie 00:54:50 fühlen
07:45 h: vor dem Zeiterfassungsgerät in Hamburg stehen und feststellen, dass man das Portemonaie inklusive Zeiterfassungskarte zuhause vergessen hat
08:30 h: erfahren, dass man ab 09:00 h an einer ganztägigen Sitzung mit einer Beraterfirma teilnehmen muss. Naaaaaein!
12:30 h: ärgern, dass man kein Geld für ein Mittagessen hat und auch keinen Firmenzuschuss zu selbigem, da dieser über das Scannen der Zeiterfassungskarte gewährt wird
12:40 h: die Einladung zum Essen auf Firmenkosten innerlich verfluchen, da der Berater-Fuzzi auch mit am Tisch sitzen wird (Hölle, Hölle, Hölle)
16:00 h: kaum aus dem Pfuhl der Langeweile entlassen Unterlagen nicht mehr finden, die man zur Auftragserstellung dringend einsehen müsste
17:55 h: endlich aus dem Firmengebäude verschwinden
17:58 h: die Erkenntnis, dass Beamen scheinbar bereits möglich ist, denn wie sonst hätte der 2 mm kleine Stein einen Weg vom Straßenboden am Hosenbein vorbei 15 cm hoch und wieder 12 cm runter einen Platz zwischen Fußsohle und festsitzendem Schuh einnehmen können (Auuuuah)
18:14 h: fette Männer quälen Einschlafwilligen mit hohlem, lautem Gequatsche, 1:19 h lang
19:33 h: fette Frauen schneiden im Bahnhofsbereich Freund & Feind niederstampfend Medikamentensuchendem auf dem Weg zur Apotheke
19:36 h: kurz vor Apotheke feststellen, dass Portemonaie immer noch zu Hause liegt, und somit auch der bereits bezahlte Abholbeleg
20:05 h: Salbe erhalten und auf dem Weg heimwärts (homeward bound). Polizeiwagen entdecken, der überdiemaßen ungünstig parkt, so dass man sich nicht traut, den direkten und kürzesten Weg nach Hause einzuschlagen und statt dessen den amtlich vorgeschriebenen Pfad quer über die Riesenkreuzung einschlägt.
20:06 h: auf Insel inmitten der Riesenkreuzung für Minuten vom Verkehr eingeschlossen werden. Nach erfolgter Einschliessung den Polizeiwagen davon fahren sehen
20:17 h: endlich wieder daheim ("Komm her, Merlot, dass mit der Enthaltsamkeit muss heute leider ausfallen. Ebenfalls keine Gnade für die Chips und die Thunfisch Pizza!")
21:10 DVD einlegen, ansäuseln, knabbern, Wochenende.
Ich wünsch mir "mehr Gelassenheit" (wer hat diese Seinfeld Folge auch gesehen?)
UND EUCH ALLEN EIN SCHÖNES WOCHENENDE!!
;)

genervt und ungerecht | 22:12h | 7 Kommentare |comment

 

 

Donnerstag, 4. März 2004

Civil Rights: Below Average

So schnell kann es gehen.
Gestern noch beschwerte ich mich über Staatsmänner, die lästig wie Insekten ihre Mitmenschen nerven. Heute bin ich bereits einen Schritt weiter: die demokratische Bewegung aus Duckenburg berief mich zum ehrenwerten Präsidenten des Landes.

Täglich darf ICH jetzt MEIN Volk in bessere Zeiten führen. Richtig gelesen. Ihnen schreibt ein demokratisch legitimierter Präsident. EX - KLU - SIV, just and only auf "beyond.blogger.de"! Unterschriftskarten und Porträtfotos sind bereits in Arbeit, Widmungswünsche auf Präsidentenbildern bitte in den Kommentaren vermerken...

Momentan habe ich mich auf den Kontinent Bastogne niedergelassen (man darf jederzeit wechseln oder selber einen Kontinent entstehen lassen).
Wer auch mal das Zepter in der königlichen Hand halten oder die Knute aufs gestresste Volk sausen lassen will (Steuererhöhung, Steuererhöhung!):
Vom Leser zum Lenker in 30 Sekunden

Staatsführer aller Länder, meldet euch bei mir. Evtl. landen wir dann nämlich mal mit Sack und Pack auf Ihren Kontinent zum Staatsbesuch.
AirForce One? Ts ts ts, ich bitte Sie, ohne mein Land reise ich nirgendwo mehr hin... ;)

Groessenwahn | 21:43h | 3 Kommentare |comment